Rote Karte für den plötzlichen Herztod

Das Risiko eines plötzlichen
Herztodes soll bei der WM
verringert werden; © Hemera

Es kommt wie aus heiterem Himmel. Der Mensch fällt um und, sollte nicht fachgerecht und minutenschnell geholfen werden, steht auch nicht mehr auf. Treffen kann es auch scheinbar kerngesunde Menschen, wie die Beispiele der Fußballprofis Marc-Vivien Foe (Kamerun/2003), Miklos Feher (Benefica Lissabon/2004) oder Hugo Cunha (Uniao Leiria/2005) zeigten, die auf dem Spielfeld zusammenbrachen und nicht wiederbelebt werden konnten. Diagnose: plötzlicher Herztod.

Die Fifa will nun zur Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland Vorsorge treffen. Neben Defibrillatoren für die Mannschaftsteams gibt es erstmals einen Untersuchungsbogen, der verpflichtende Grundlage für die 32 Mannschaften bei der medizinischen Vorsorge-Untersuchung ist. Entworfen hat ihn Professor Wilfried Kindermann vom Institut für Sport- und Präventivmedizin der Universität des Saarlandes.

„Alle Spieler, die an der WM 2006 in Deutschland teilnehmen, müssen sich vorher ärztlich checken lassen“, erklärt Kindermann. „So soll das Risiko eines plötzlichen Herztods auf dem Spielfeld minimiert werden, ein Restrisiko wird aber auch bei bester Prophylaxe bleiben.“ Bei den Tests werden in einem detaillierten kardiologischen Teil auch die Fußballerpumpen genau unter die Lupe genommen. Mit einem Ruhe- und Belastungs-EKG sowie einer Ultraschalluntersuchung des Herzens. „Für diese Examination habe ich im Untersuchungsbogen genaue Vorgaben gemacht, die sich an den internationalen Standards orientieren“, so Kindermann.

Im Jahr 2004 starben um die 140.000 Menschen am plötzlichen Herztod. Spitzensportler fallen im Vergleich dazu eher selten tot um, aber diese Ereignisse erregen viel Aufsehen in der Öffentlichkeit. Oft steckt dann eine angeborene krankhafte Herzmuskelverdickung oder eine Herzmuskelentzündung dahinter. Auch Doping könnte zu einem Anfall führen. „Wenn gedopt wird, dann kommt es auch zu einem krankhaften Wachstum des Herzmuskels. Das kann zu Herzrhythmusstörungen führen“, erklärt Prof. Dr. Ludwig Thierfelder von der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt molekulare und klinische Kardiologie der Charité in Berlin.

Doch auch den unzulässigen Drogen ist die Fifa auf der Spur. Während der Vorbereitungsspiele von März bis zum WM-Start am neunten Juni, aber auch in Trainingslagern werden regelmäßige Doping-Kontrollen durchgeführt. Bei der WM werden nach jeder Partie jeweils zwei Spieler einer Mannschaft zum Doping-Test gebeten.

MEDICA.de