21/10/2005

Industrieverband Spectaris e.V.

Russland - Exportchancen im Gesundheitssektor

Angesichts der aktuellen Konjunkturflaute im Heimatland wagen sich immer mehr deutsche Unternehmen auf den russischen Wachstumsmarkt. Das gilt besonders für den Bereich Medizintechnik, der sich durch eine außerordentlich hohe Exportquote von 58,2% auszeichnet.

Die Absatzchancen für deutsche Medizintechnik in Russland bleiben auch im Jahr 2005 gut. Die deutschen Exporte betrugen im Jahr 2004 278,8 Mio. Euro und wuchsen damit um 4,67%. Diese Wachstumsraten sind beachtlich, selbst wenn sie nicht an asiatische Traumzahlen heranreichen. Insgesamt machen Exporte deutsche Medizintechnik nach Russland einen Anteil von 2,86% am Wert der Gesamtausfuhren aus. Von russischer Seite aus gesehen, nehmen die Importe aus Deutschland aber einen weitaus höheren Stellenwert ein: Im Jahr 2004 war Deutschland Einfuhrland Nummer 1 für medizintechnische Produkte.

Die wichtigsten Warengruppen nach Wert sind dabei Elektromedizinische Geräte, Röntgenapparate, Apparate für Computertomographie, Apparate und Geräte für Sauerstofftherapie, Orthopädische Apparate und Vorrichtungen sowie Orthopädische Artikel und Hilfsmittel. Allerdings birgt der Markt neben großen Wachstumschancen auch erhebliche Risiken. Obgleich sich die politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Bedingungen in den letzten Jahren wesentlich verbessert haben, lauern noch viele Hürden und Stolpersteine.

Ein wesentliches Problem stellt die schwache Finanzierung des Gesundheitswesens dar, die einem hohen Modernisierungs- und Ersatzbedarf entgegensteht: Die Bundesagentur für Außenwirtschaft bfai schätzt, dass 70% des vorhandenen Geräteparks ersetzt werden muss. Als problematisch wird derzeit besonders die verschärfte Registrierungspflicht für Medizintechnikprodukte angesehen, die teilweise zu einer erheblichen finanziellen Belastung der betroffenen Unternehmen führt.

Unangenehme Folgen für Importeure hat zudem die seit Jahresbeginn geltende Erhöhung der Zollgebühren, heißt es in russischen Medien. Gebühren für die Papiere werden nicht mehr prozentual berechnet, sondern als gestaffelte Fixpreise abgezogen, wird gesagt. Bislang mussten Importeure für die Zollpapiere 0,15% des veranschlagten Warenwerts bezahlen (zusätzlich zu den übrigen Zollkosten). Nun müssen sie zwischen 500 (13,65 EUR) und 100.000 RUB (2.730 EUR) bezahlen.

SPECTARIS unterstützt deutsche Medizintechnik-Hersteller aktiv bei ihren Russlandaktivitäten. Am 5. und 6. Oktober tauschen sich Vertreter führender Medizintechnik-Unternehmen im Expertenkreis Neue Märkte Medizintechnik über die aktuelle Lage in Russland aus und diskutieren die Potentiale im Gesundheitswesen. Im Vordergrund stehen die Themen Marktentwicklung, strukturierte Exportfinanzierung, Produktzertifizierung und Messewesen.

Auch in diesem Jahr präsentieren sich deutsche Firmen auf Initiative von SPECTARIS u.a. wieder auf der größten russischen Gesundheitsmesse, der SDRAVOOCHRANENIE innerhalb eines deutschen Pavillons. Die Messe findet vom 28.11. bis 02.12.2005 in Moskau statt und bringt ca. 700 Aussteller auf einer Fläche von 16.500m² zusammen (Zahlen aus 2004).


www.spectaris.de
SPECTARIS. Deutscher Industrieverband für optische,
medizinische und mechatronische Technologien e.V.
Saarbrücker Straße 38, D-10405 Berlin