Die Prävalenz des Übergewichts ist bei Jugendlichen in den USA dramatisch gestiegen. Bei Erwachsenen gibt es einen Zusammenhang zwischen der Schlafdauer und Übergewicht: Wer zu wenig schläft, hat ein erhöhtes Risiko, an Gewicht zuzunehmen und an einer koronaren Herzkrankheit zu erkranken. Dies haben verschiedene Studien nachgewiesen. Ein interessanter Aspekt dieses Zusammenhangs wurde jedoch bislang noch kaum beleuchtet: Wie steht es um das Gewicht von Kindern, wenn sie als Säuglinge zu wenig geschlafen haben?

Dies untersuchte nun eine prospektive Langzeitstudie, an der 915 Mutter-Kind-Paare teilnahmen. Im Rahmen dieses prospektiven „Project Viva“ bat man die Mütter unter anderem, detailliert Auskunft darüber zu geben, wie lange ihr Kleinkind im Alter von sechs Monaten, einem Jahr beziehungsweise zwei Jahren schlief. Daraus errechneten die Studienleiter dann eine durchschnittliche Schlafdauer pro Tag. Im Alter von drei Jahren wurden die Kinder dann gemessen und gewogen und diese Werte mit der Schlafdauer in Verbindung gebracht.

83 (neun Prozent) der dreijährigen Kinder waren übergewichtig, das heißt der Body Mass Index lag über der 95. Perzentile Gleichaltriger. Der Vergleich mit der Schlafdauer zeigte: Jene Kinder, die gemäß Angaben ihrer Mütter als Säuglinge weniger als zwölf Stunden am Tag geschlafen hatten, neigten deutlich stärker zu Übergewicht als die Normal- oder Langschläfer. Das Risiko liegt bei den Kurzschläfern rund doppelt so hoch. Übrigens: Besonders ausgeprägt war das Übergewicht bei jenen Kindern, die auch noch mindestens zwei Stunden Fernsehen pro Tag schauten.

Dies bedeutet nach Ansicht der Studienleiter, dass Eltern und auch Ärzte großen Wert darauf legen sollten, dass Säuglinge und Kleinkinder zu einem ausreichenden Schlaf kommen.

MEDICA.de; Quelle: Archives of Pediatrics & Adolescent Medicine 2008, Vol. 162, S. 305-311