Mixgetränke mit Alkohol sind sehr beliebt. Wie viel und wie schnell der Alkohol vom Körper absorbiert wird, hängt von der individuellen Konstitution ab. Offenbar trägt aber auch die Süßung des Mixgetränkes dazu bei, wie eine australische Studie des Royal Adelaide Hospital zeigt, die jetzt beim Jahreskongress der "Digestive Disease Week" vorgestellt wurde.

Acht männliche australische Jugendliche stellten sich für einen heroischen Versuch zur Verfügung. Alle tranken eine definierte Menge Wodka, der mit einem Fruchtsaftgetränk gemischt war. Einige der Mischgetränke enthielten künstliche Süßstoffe, bei anderen war Zucker zugesetzt. Die Studienleiter untersuchten dabei, wie lange das Mischgetränk im Magen verblieb und wie hoch der Blutalkoholspiegel danach stieg.

Nach 21 Minuten hatte die Hälfte des Mischgetränkes mit dem künstlichen Süßstoff den Magen wieder verlassen, Anders bei dem Mischgetränk mit dem natürlichen Zucker beziehungsweise Zuckerzusatz: Dort dauerte es 36 Minuten, bis die Hälfte der Menge den Magen verlassen hatte.

Diese unterschiedliche Verweildauer hat offenbar auch Einfluss auf den Blutalkoholspiegel: Der Peakwert des Blutalkoholspiegels lag bei den Süßstoffgetränken signifikant höher als bei den Vergleichsgetränken. Mit dem herkömmlichen Fruchtsaft-Wodka-Gemisch kamen die Probanden auf einen durchschnittlichen Blutalkoholspiegel von 0,3 Promille. Die künstlich gesüßten Getränke dagegen schossen den Blutalkoholspiegel auf durchschnittlich 0,5 Promille hoch.

Heutzutage wählen immer mehr Menschen "Diätgetränke", die künstlich gesüßt sind, sagte Dr. Chris Rayner, Studienleiter vom Royal Adelaide Hospital in Australien. Die wenigsten Menschen denken aber daran, dass diese Getränke möglicherweise Nebenwirkungen haben können, an die sie nicht gedacht haben.

MEDICA.de; Quelle: Digestive Disease Week: Jahreskongress 2006 Abstract M2198