Heranwachsende sind die Altersgruppe mit der höchsten Gefahr für sexuell übertragbare Infektionskrankheiten. In den USA liegt die Prävalenz solcher Infektionskrankheiten unter sexuell aktiven Teenagern bei ungefähr 25 Prozent pro Jahr. Man hat daher versucht, die Gefahr von Übertragungen durch spezielle Aufklärungs- und Verhaltensprogramme für Jugendliche zu reduzieren. In einer Studie sollte jetzt untersucht werden, welchen Erfolg ein Verhaltensprogramm unter dem Namen „SAFE (Sexual Awareness for Everyone)“ bei US-amerikanischen Jugendlichen im Alter von 14 bis 15 Jahren hat.

An der Studie nahmen 148 jugendliche Frauen mexikanischer und afrikanischer Herkunft teil. Alle litten bereits an einer Infektionskrankheit mit den Erregern Neisseria gonorrhea oder Clamydia trachomatis cervicitis, die behandelt worden war. Randomisiert nahmen sie an dem SAFE-Programm teil oder nicht.

SAFE zielte vor allem auf fünf Punkte: Der ungeschützte Sex mit unbehandelten und infizierten Partnern sollte reduziert und die wechselseitige Monogamie gestärkt werden. Insgesamt sollte unsicherer Sex, das heißt Geschlechtsverkehr ohne Kondom oder mit falscher Kondomanwendung, gesenkt werden. Weiterhin zielt SAFE darauf ab, einen schnellen Partnerwechsel zu verhindern und die Jugendlichen dazu zu bringen, dass sie sich nach dem Geschlechtsverkehr duschen.

Im Vergleich zu den Teenagern in der Kontrollgruppe war die Zahl der Reinfektionen unter dem SAFE-Programm deutlich niedriger: Reinfektionen mit Neisseria gonorrhea oder Clamydia trachomatis cervicitis traten zu 52 Prozent seltener auf (p gleich 0.04). Als man sich genauer ansah, welche Teenager sich besonders oft reinfizierten, bestätigte sich: Besonders ungeschützter Sex und häufiger Partnerwechsel führen zu Reinfektionen.

MEDICA.de; Quelle: Obstetrics & Gynecology 2008, Vol. 111, S. 1417-1425