SP-Zellen blockieren Therapie

Eiweiß"pumpen" schuld an Misserfolg
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"So genannte SP-Zellen können beim Neuroblastom zur Therapie-Resistenz führen, weil sie die Chemotherapeutika wieder aus der Zelle entfernen", erläutert Dr. Charlotte Hirschmann-Jax, Leiterin des Forschungsprojekts an der Universitätskinderklinik Düsseldorf. "Diese Zellen bilden eine spezielle Zellgruppe im Tumor und sind vermutlich auch für sein Wachstum verantwortlich: Als Tumorstammzellen wachsen sie besonders schnell und können neue Krebszellen hervorbringen."

"Bei mehr als zwei Drittel der Neuroblastom-Patienten, bei denen die Erkrankung nach einer Therapie wieder aufgetreten ist, haben wir SP-Zellen entdeckt", berichtet Hirschmann-Jax. Damit hat ihre Arbeitsgruppe erstmals solche widerstandsfähigen Zellen beim Neuroblastom nachgewiesen. Nun möchten die Wissenschaftler den Transportmechanismus für die Chemotherapeutika in den SP-Zellen näher erforschen. Ihr Ziel ist es, einen Therapieansatz zu entwickeln, der diesen Vorgang gezielt blockiert, so dass die Krebsmedikamenten in den Zellen verbleiben und ihre Wirkung entfalten können.

Als Zielstruktur haben die Forscher bereits spezielle Oberflächenmoleküle der SP-Zellen im Visier. Dies sind Transporteiweiße, die vermehrt auf den Zellen vorkommen. Sie sind vermutlich die eigentlichen "Pumpen" der SP-Zellen. "Durch eine gezielte Blockade dieser Transportgehilfen könnte somit indirekt die Wirkung der Chemotherapie erhöht werden", hofft Hirschmann-Jax.

Dadurch könne das Krebswachstum eingedämmt und die gefährliche Ausbreitung der entarteten Nervenzellen weitgehend gestoppt werden. Da auch in anderen Tumoren - etwa der Brust oder der Lunge - Zellen mit den Eigenschaften von SP-Zellen vorkommen, ist ihr ungewöhnliches Verhalten auch von allgemeiner Bedeutung für die tumorbiologische Forschung und die klinische Praxis.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Krebshilfe e. V.