12.10.2006

Spectaris Industrieverband e.V.

SPECTARIS-Position zum Artikel „Kosten für Hilfsmittel steigen stark an“; FTD vom 21.9.06

Moderne Hilfsmittel lassen Versorgungskosten sinken. Schmerzgrenze bei Einsparungen erreicht.
In der FTD vom 21. September 2006 ist zu lesen „Kosten für Hilfsmittel steigen stark an“. Diese Aussage ist sachlich falsch. Eine solche Entwicklung mag für die Gmünder Ersatzkasse zutreffen, von der im Weiteren die Rede ist, für die Gesetzlichen Krankenversicherungen in toto ergibt sich indes ein anderes Bild.

Nach Angaben des BMG sind die Ausgaben für Hilfsmittel von 2004 auf 2005 um 1,78 % gesunken. Ihr Anteil an den Gesamtausgaben sank von 3,47 auf 3,31 Prozent. Bei steigenden Fallzahlen zeigt sich damit eine weitere Verschlechterung der Versorgung.

Einsparungen haben die Margen der Hilfsmittelhersteller in den letzten Jahren bereits drastisch sinken lassen und gefährden damit nachhaltig die Zukunft der deutschen Hilfsmittelindustrie, wenn notwendige Mittel für Forschung und Entwicklung nicht zur Verfügung stehen. Billigimporte gefährden nicht nur deutsche Arbeitsplätze, sondern auch die Versorgungsqualität.

Der in dem Artikel genannte „Heil- und Hilfsmittelreport“ spricht dann auch zu Recht eine „unzureichende bzw. falsche Verordnung von Hilfsmitteln“ wie auch „Fehlversorgung in Fällen, in denen unzureichende oder ungeeignete Rollstühle verordnet wurden“ an. Die GKV muss daher bereit sein, um höhere Folgekosten zu vermeiden, mehr in eine qualitativ angemessene Versorgung ihrer Patienten zu investieren.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die Dienstleistungsqualität rund um das Produkt. Der beste Rollstuhl nutzt schließlich wenig, wenn er falsch eingestellt wurde. Einsparungen zulasten der Dienstleistung sind unwirtschaftlich und schaden dem Patienten.

Hilfsmittel sind keine Kostentreiber. Das Gegenteil ist der Fall: Moderne Hilfsmittel können einen Beitrag leisten, die Kosten im Gesundheitswesen zu senken.




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