08.05.2007

Spectaris Industrieverband e.V.

SPECTARIS fordert Koordinator der Bundesregierung

2/3 des Gesamtumsatzes von 17,2 Mrd. € wird die deutsche Medizintechnikbranche 2007 im Ausland erzielen; SPECTARIS warnt vor Folgen des hochreglementierten deutschen Gesundheitsmarktes auf die Branche

Zwei Drittel ihres Gesamtumsatzes in Höhe von rund 17,2 Mrd. € werden die deutschen produzierenden Medizintechnikunternehmen nach der Prognose des Branchenverbandes SPECTARIS 2007 im Ausland erzielen. Dagegen dürfte der im Inland erzielte Umsatzanteil aufgrund der politischen Reglementierung des deutschen Gesundheitsmarktes auch in diesem Jahr zurückgehen. Vor diesem Hintergrund fordert der Verband eine Deregulierung im deutschen Gesundheitswesen und eine stärkere Koordination der Aktivitäten von Ministerien und Krankenkassen durch einen Beauftragten für die Gesundheitswirtschaft bei der Bundesregierung.

„Wir müssen weg von der Fokussierung auf Kosten und hin zu einer gesamtwirtschaftlichen Betrachtung von Kosten und Nutzen“, so der SPECTARIS-Vorsitzende Dr. Michael Kaschke. „In der Politik wird derzeit in Referaten und Abteilungen gedacht. Unser Gesundheitssystem ist so ausgerichtet, dass es für die jeweiligen Akteure Sinn macht, Kosten zu Lasten Anderer einzusparen. Fördermittel des Forschungsministeriums und des Wirtschaftsministeriums für Existenzgründer mit innovativen Produktideen in der Medizintechnik sind sinnlos, wenn die Technologien anschließend keine Anwendung in Deutschland finden, weil sie nicht in den Leistungskatalog der Krankenkassen übernommen werden und damit keine Bewährungschance am Markt erhalten. Um hier sinnvoll zu koordinieren, ist ein Beauftragter der Bundesregierung für die Gesundheitswirtschaft dringend notwendig, ähnlich wie es ihn für die Maritime Wirtschaft bereits gibt“, appellierte Kaschke an die Politik. Denn ginge der Umsatz der Medizintechnikunternehmen weiterhin zurück, würden irgendwann Technologien und medizintechnische Lösungen nicht mehr in Deutschland entwickelt und produziert werden.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes beschäftigt der deutsche Gesundheitsmarkt derzeit rund 4,3 Millionen Menschen und umfasst rund 234 Mrd. €. Bis zum Jahr 2020 erwartet die Unternehmensberatung Roland Berger ein Anstieg auf 453 Mrd. €.

Für die rund 1.200 produzierenden medizintechnischen Unternehmen in Deutschland, die rund 87.700 Menschen beschäftigen, rechnet SPECTARIS im laufenden Jahr mit einem kräftigen Umsatzplus von bis zu 8 % im Vergleich zum Vorjahr auf 17,2 Milliarden Euro. Damit könnte die Branche nahtlos an ein erfolgreiches Jahr 2006 anschließen, in dem der Gesamtumsatz um 8,1 Prozent auf 15,9 Mrd. € zulegte. Dabei wuchs der Inlandsumsatz nach 2 Jahren des Rückgangs um schwache 3,2 % auf 5,7 Mrd. €, der Exportumsatz um erneut deutliche 11,1 % auf 10,2 Mrd. €. Bei den weltweiten Exporten belegt Deutschland zurzeit Platz 2 hinter den USA. Rund 39 % der Exporte gehen in die Länder der Europäischen Union, knapp 25 % nach Nordamerika und knapp 14 % nach Asien


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