Wenn sich im Elektrokardiogramm (EKG) Veränderungen ergeben, kann dies auf eine akute Verletzung des Herzmuskels hinweisen, zum Beispiel durch eine ST-Strecken-Hebung. Es kommt auch eine Ischämie in Frage, dann ist die ST-Strecke jedoch häufig unverändert. Wenig Übereinstimmung besteht darüber, wie man transiente ST-Strecken-Hebungen behandeln sollte.

Wissenschaftler haben nun bei Patienten mit transienter ST-Strecken-Hebung die Troponin-Spiegel untersucht, um daraus unter Umständen Hinweise für die Behandlung gewinnen zu können. Dazu nutzten sie Daten der „Can Rapid Risk Stratification of Unstable Angina Patients Suppress Adverse Outcomes with Early Implementation of the ACC/AHA guidelines (CRUSADE)“-Initiative und stellten diese Daten jetzt auf dem 38. Jahreskongress des „American College of Emergency Physicians (ACEP)“ vor.

An CRUSADE nahmen zwischen 2001 und 2007 mehr als 205.000 Patienten an mehr als 500 verschiedenen US-amerikanischen Krankenhäusern teil. Alle Patienten hatten abnormale EKG-Werte, die auf ein akutes Koronarsyndrom hinwiesen oder abnormale Serummarker mit Hinweisen auf Myokardnekrosen. Bei 11.979 dieser Patienten trat eine vorübergehende ST-Streckenhebung auf und man hatte die Troponinspiegel gemessen.

69 Prozent dieser Patienten hatten erhöhte, 31 Prozent normale Troponinspiegel. Die Patienten dieser beiden Gruppen wurden miteinander verglichen und es zeigte sich ganz deutlich: Patienten mit transienter ST-Streckenhebung und erhöhten Troponinspiegeln haben ein 41 Prozent höheres Risiko, während ihres Krankenhausaufenthaltes zu sterben als Patienten mit ST-Streckenhebung und normalen Troponinspiegeln (4,6 Prozent versus 2,2 Prozent). Dies beweist nach Ansicht der Studienleiter einmal mehr die Wichtigkeit des Troponins beim akuten Koronarsyndrom.

MEDICA.de; Quelle: American College of Emergency Physicians 38th Annual Scientific Assembly Abstract 22