Chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (chronic obstructive pulmonary disease: COPD) können tödlich sein. Zu den wichtigsten Faktoren der Mortalität und Morbidität bei dieser Erkrankung gehören Exazerbationen. Eine Arbeitsgruppe um Dr. Jadwiga Wedzicha vom Royal Free & University College Medical School in London, Großbritannien, hat jetzt zwei Therapieoptionen zur Verhinderung von Exazerbationen miteinander verglichen.

1.323 Patienten im Durchschnittsalter von 64 Jahren mit einem durchschnittlichen FEV1-Wert von 39 Prozent nahmen zwei Jahre lang randomisiert entweder zwei Mal täglich die Kombination aus 50 Mikrogramm Salmeterol und 500 Mikrogramm Fluticason ein oder einmal täglich 18 Mikrogramm Tiotropium. Die Wirkstoffkombination besteht aus einem Bronchodilatator und einer antiinflammatorischen Substanz. Tiotropium dagegen ist ein lang wirksamer Bronchodilatator.

Unter der Wirkstoffkombination ereigneten sich durchschnittlich 1,28 Exazerbationen pro Jahr, unter Tiotropium durchschnittlich 1,32 Exazerbationen im gleichen Zeitraum (p gleich 0.656). Während dieser Unterschied nicht signifikant war, ergaben sich signifikante Vorteile für die Salmeterol-Fluticason-Kombination beim „St. George's Respiratory Questionnaire (SGRQ)“, der den Gesundheitsstatus misst. Sehr deutlich auch die Vorteile in Bezug auf die Mortalität: 21 Patienten (drei Prozent), die mit der Kombination behandelt wurden, starben während des Untersuchungszeitraums an einer Exazerbation ihrer COPD. Unter Tiotropium dagegen waren es 38 Prozent (sechs Prozent; p gleich 0.032). Allerdings liegt die Zahl der Pneumonien unter Salmeterol und Fluticason deutlich höher als unter Tiotropium (p gleich 0.008).

MEDICA.de; Quelle: American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine 2008, Vol. 177, S. 19-26