Sauer macht Zähne nicht lustig

Den sauren Soft-Drinks auf den
Zahn gefühlt; © Hemera

Regelmäßiger, starker Konsum säurehaltiger Getränke erweicht den Zahnschmelz. Dies bewirkt, dass kleine Teile dieser natürlichen Schutzschicht herausbrechen können. Materialwissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena untersuchen seit längerem diese durch Säure ausgelösten Zahnschmelzerosionen.

"Wir haben Testgetränke eingesetzt, die Calcium und Phosphat enthalten, also Stoffe, die auch im natürlichen Zahnschmelz vorkommen", erklärt Prof. Klaus Jandt. Sein Team hatte in mehreren Vorgänger-Studien überprüft, ob sich die Zähne nach dem "Säureschock" wieder erholen. Mittels der sensiblen Methode Nanoindentation fanden sie heraus, dass solch ein Selbstreparaturmechanismus nicht einsetzt. "Dieses ernüchternde Ergebnis hat uns nicht ruhen lassen", so Jandt. "Wir wollten einen materialwissenschaftlichen Ansatz für einen Soft-Drink finden, bei dem keine Schmelz-Erosionen zu befürchten sind".

In ihrer neuen Studie setzten die Materialwissenschaftler Zahnproben drei Mustergetränken aus: Einem Mineralwasser, bei dem aufgrund fehlender Säure keine Zahnerosion zu erwarten war, sowie ein zitronensäurehaltiges Getränk mit einem für Soft-Drinks typischen pH-Wert. Das dritte Getränk hatte den gleichen Säuregehalt und pH-Wert wie das zweite, enthielt aber zusätzlich geringe Mengen an Calcium und Phosphat.

Beim Wasser zeigte der Zahnschmelz erwartungsgemäß keinerlei Veränderung. Die säurehaltigen Getränke erweichten zwar beide den Zahnschmelz; bei dem Calcium und Phosphat enthaltenden Getränk dauerte dies aber etwa doppelt so lange, wie bei dem Getränk, das nur die Zitronensäure enthielt. "Wenn schon auf Säuren in Getränken nicht vollständig verzichtet werden kann, da diese den Getränken ihren typischen erfrischenden Charakter verleihen, so wäre dies ein neuer Ansatz, der Zahnerosion gegenzusteuern", resümiert der Jenaer Wissenschaftler. Er hofft, dass das erkannte Prinzip von der Getränkeindustrie aufgegriffen wird.

MEDICA.de; Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena