Wissenschaftler aus Russland und Usbekistan haben jetzt in einer Studie die Effektivität der hyperbaren Sauerstofftherapie (HST) bei der Behandlung der Herzinsuffizienz (HI) im höheren Lebensalter untersucht. Die Ergebnisse dieser Studie stellten sie vor wenigen Tagen auf dem Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) in Wiesbaden vor.

Bei 89 Patienten im Alter zwischen 60 und 74 Jahren mit KHK und einer Herzinsuffizienz im NYHA-Stadium II bis IV wurden zehn Seancen der HST bei einer Dauer von 45 bis 60 Minuten und einem Druck von 1,4 bis 1,5 ata durchgeführt. Vor und nach der Behandlung ermittelten die Wissenschaftler die Indexe der zentralen Hämodynamik, äußeren Atmung, neurohumoralen Regulation, des Gasaustausches und Säure-Basen-Haushaltes.

Nach klinischen Angaben wurden gute und zufrieden stellende Ergebnisse der Behandlung bei NYHA II in 75 Prozent, bei NYHA III in 78 Prozent und bei NYHA IV in 62 Prozent der Fälle registriert. Nach der Behandlung erhöhte sich die Toleranz zur körperlichen Belastung um 31 Prozent und ökonomisierte sich die Reaktion des Kreislaufs auf die Belastung. Das Herzzeitvolumen normalisierte sich und seine Struktur stellte sich günstig um. Atemminutenvolumen und ventilatorische Äquivalente erniedrigten sich. Sauerstoffaufnahme, Vitalkapazität, Atemgrenzwert, Reserve der Atmung erhöhten sich. Man konnte einen Zuwachs von PO2 im arteriellen und venösen Blut feststellen. Die metabolische Azidose war weniger ausgeprägt. HST begünstigte die Senkung des Sauerstoffdefizits nach Uhlenbruck, der Konzentration des Vasopressins und von Prostaglandinen im Plasma. Die Aktivität von Renin, das Niveau von ACTH, Kortisol, Aldosteron im Plasma normalisierten sich.

Der kurativen Wirkung der HST bei der KHK mit Herzinsuffizienz im Alter liegt möglicherweise die Verbesserung der Sauerstoffversorgung der Gewebe einschließlich des Myokard zu Grunde.

MEDICA.de; Quelle: 114. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) Poster Discussion