Schädigung durch Amalgam unklar

Foto: Zähne

Keine klaren Ergebnisse über
Gesundheitsschäden durch Amalgam;
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Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft hat im Jahr 1996 das Zentrum für naturheilkundliche Forschung am Klinikum rechts der Isar der TU München mit der Durchführung des Forschungsprojektes beauftragt. Darin wurden das Schädigungspotential von Amalgam, die diagnostischen Möglichkeiten sowie geeignete Therapien untersucht.

Zunächst befragten die Wissenschaftler rund 5.000 Patienten von Zahnärzten nach ihren Beschwerden. Um Schäden durch geringe Amalgam-Dosen im Körper langfristig zu ermitteln, untersuchten sie den Effekt auf verschiedene menschliche Zelltypen. Die Ergebnisse seien jedoch nicht eindeutig, so Doktor Dieter Melchart, Mitverantwortlicher der Studie: "Während sich Monozyten insbesondere gegenüber geringen Dosen von Quecksilber als unempfindlich erwiesen, reagierten Lymphozyten deutlich empfindlicher. Wir haben auch festgestellt, dass sich Zellen nach einer Amalgam-Exposition weniger gut auf Stresssituationen wie Fieber oder Umweltgifte einstellen können." Allerdings seien diese Ergebnisse unter Vorbehalt zu sehen: "Die Reaktion der Zellen im Labor muss nicht unbedingt der im menschlichen Körper entsprechen."

Bezüglich der diagnostischen Möglichkeiten zeigte sich, dass die gängigen Testverfahren nicht zwischen Probanden mit Amalgam-Beschwerden und solchen, die keine Beschwerden verspüren oder ganz frei von Amalgam sind, unterscheiden können. Eine Ausnahme bildet die toxikologische Messung von Quecksilber in Speichel und Blut, die zumindest zwischen Amalgamträgern und amalgamfreien Probanden eindeutig differenziert.

Bei den Therapiemöglichkeiten führt die Entfernung der Amalgamfüllungen tatsächlich zu niedrigeren Quecksilberwerten in Speichel und Blut und auch zu einer klinisch relevanten Verbesserung der subjektiven Beschwerden. Andererseits brachte ein spezielles Gesundheitstraining den Betroffenen eine ähnlich positive Linderung ihrer Beschwerden, auch wenn sich die gemessenen Quecksilberwerte dadurch natürlich nicht veränderten.

MEDICA.de; Quelle: Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München