Obwohl die kardiovaskuläre Mortalität bei der rheumatoiden Arthritis relativ hoch ist, hat man bislang noch kaum Studien unternommen, die den Einfluss des Body Mass Index (BMI) auf die Mortalität bei der rheumatoiden Arthritis untersuchten.

Das holt nun eine Studie mit rund 779 Teilnehmern nach, die alle an rheumatoider Arthritis litten. Wissenschaftler des University of Texas Health Science Center in San Antonio, USA, behielten die Probanden insgesamt sieben Jahre lang im Blick. In diesem Zeitraum starben 123 der Probanden. Dies entspricht einer Rate von 3,6 pro 100 Personenjahren.

Groß war die Überraschung, als man die Todesraten mit dem BMI der Probanden abglich: Patienten mit einem BMI von mehr als 30 kg/m2 hatten lediglich eine Todesrate von 1,7 pro 100 Personenjahren. Mit fallendem BMI stieg zugleich das Mortalitätsrisiko. Patienten mit einem BMI von weniger als 20 kg/m2 hatten eine Sterberate von 15,0 pro 100 Personenjahren. Diese inverse Korrelation war unabhängig von der Dauer der Erkrankung, dem Geschlecht und des Alters, in dem die rheumatoide Arthritis diagnostiziert worden war.

Als man allerdings die Schwere der Symptome mit in Betracht zog, schwächte sich der inverse Zusammenhang zwischen BMI und Sterberisiko etwas ab. Möglicherweise sterben schlanke und sehr schlanke Menschen deshalb mit einer höheren Wahrscheinlichkeit an rheumatoider Arthritis, weil sie schwerer erkrankt sind. Vielleicht leiden sie auch häufiger an Komorbiditäten der verschiedensten Art.

Die Autoren wiesen ausdrücklich darauf hin, dass man aus ihrer Studie keine falschen Schlussfolgerungen ziehen möge. Selbstverständlich ist das Ergebnis ihrer Untersuchung kein Freibrief für eine Gewichtszunahme. Dennoch sollten Ärzte schlanke Patienten mit rheumatoider Arthritis ganz besonders gründlich überwachen.

MEDICA.de; Quelle: Archives of Internal Medicine 2005, Vol. 165, S. 1624-1629