17.11.2006

ZVEI - Fachverband Elektromedizinische Technik

Schavan verleiht Innovationspreis für Medizintechnik

ZVEI
- ZVEI fordert: Potenzial der Medizintechnik in Deutschland besser ausschöpfen

Frankfurt am Main, 14. November 2006 – "Die hohe Qualität des Siegerbeitrags und die exzellenten Ideen vieler weiterer Teilnehmer unterstreichen die große Leistungsfähigkeit der medizintechnischen Industrie und der medizinischen Forschung in Deutschland", betonte Dr. Frank Anton, Vorsitzender des Fachverbandes Elektromedizinische Technik im ZVEI – Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V., bei der Bekanntgabe der Preisträger des Innovationspreises Medizintechnik. Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, hatte die Gewinner des diesjährigen Wettbewerbes anlässlich der Eröffnung der MEDICA, der weltgrößten Messe für Medizintechnik in Düsseldorf, ausgezeichnet.

Anton forderte, die Chancen des gezeigten Innovationspotenzials auch in Deutschland stärker auszuschöpfen. Angesichts der steigenden Nachfrage nach Gesundheitsleistungen und der älter werdenden Bevölkerung in Deutschland sei die Auflösung des derzeit bestehenden Investitionsstaus im Gesundheitswesen dringend erforderlich. Dieser beträgt nach ZVEI-Angaben allein im Bereich der Medizintechnik ungefähr zehn bis 15 Milliarden Euro. Durch konsequente Modernisierung der medizinischen Infrastruktur könnten Krankenhäuser und Arztpraxen die Bevölkerung künftig schneller, besser und kostengünstiger versorgen. Auch Prozessverbesserungen in der medizinischen Versorgung spielen laut Anton eine wichtige Rolle: „In der Initiative „Integrating the Health Care Enterprise“ (IHE) fördert der Fachverband deshalb das Zusammenspiel zwischen Produkten verschiedener Hersteller und Technologien in Krankenhäusern.“ Experten sehen alleine im Austausch und der Verknüpfung von digitalen medizinischen Daten Einsparpotenziale bis zu 30 Prozent in Kliniken. Größere Wirtschaftlichkeit könnte auch bei den Krankenkassen finanzielle Spielräume schaffen, zum Beispiel für Beitragsatzsenkung, Mehrleistungen oder die Einführung neuer Behandlungsmethoden. Ein nachhaltiges und zukunftsgerichtetes Investitionsprogramm würde außerdem dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit des Forschungs- und Produktionsstandortes Deutschland in der Medizintechnik zu sichern.

"Leider ist es in Deutschland schwierig, innovative Produkte erfolgreich auf den Markt zu bringen", so Anton. "Allein eine Entscheidung über die Kostenübernahme im Rahmen der Gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland nimmt aufgrund der komplexen Entscheidungsstrukturen zuviel Zeit in Anspruch." Im Rahmen der "Hightech-Strategie für Deutschland" der Bundesregierung sollten deshalb ressortübergreifend Vorschläge entwickelt werden, wie innovative Technologien in Deutschland schnell und flächendeckend für die medizinische Versorgung genutzt werden können.

Positiv beurteilte Anton daher die geplante Einführung der elektronischen Gesundheitskarte als ein zentrales Element der zukünftigen vernetzten Gesundheitsinfrastruktur. Um ihr volles Potenzial ausschöpfen zu können, sei die Karte aber auf das Zusammenspiel mit einer modernen medizintechnischen Ausstattung in den Arztpraxen und Krankenhäusern angewiesen.