Schichtsystem nicht gesundheitsschädigend

Eine Spätschicht kann auch eine
gute Ausrede sein, um nicht zum
Sport zu gehen; © PixelQuelle.de

Im Auftrag der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) führte das Institut und Poliklinik für Arbeits-, Umwelt- und Sozialmedizin an der Friedrich-Alexander- Universität Erlangen-Nürnberg eine umfangreiche Untersuchung durch, um negative gesundheitliche Auswirkungen des Wechsels zwischen Tag- und Spätschicht frühzeitig erfassen zu können. Dabei wurden die erstmalig im Schichtbetrieb ausgebildeten Lehrlinge mit Auszubildenden aus dem letzten Jahrgang verglichen, die ohne versetzte Ausbildungszeiten geschult wurde.

In drei Wellen vor, während und nach der zweijährigen Erhebung nahmen die Mediziner Blut- und Urinproben bei beiden Lehrlingskollektiven. Zudem erfassten sie Blutdruck, Body-Mass-Index, EKG, Herzfrequenz und andere klinische Parameter. Mittels standardisierter Fragebögen ließen sich Erkenntnisse über psychosomatische Befindlichkeit, depressive Störungen, das allgemeine Gesundheitsverhalten wie Ernährung, Schlaf, Rauchen und Alkoholkonsum sowie das allgemeine Wohlbefinden erfragen.

Auch wenn wegen der kleinen Zahl von Probanden und der geringen Teilnehmerquote nur 124 komplette Datensätze der Erhebungsgruppe vorlagen, weisen die Ergebnisse nicht auf eine gesundheitsschädigende Wirkung des Ausbildungsschichtsystems hin. Negative Einflüsse auf das Sozialverhalten der Jugendlichen, auf das Rauch- und Trinkverhalten und die allgemeine Stimmung ließen sich nicht feststellen.

Sportliche Aktivitäten gingen zwar zurück. Dies zeigte sich allerdings vor allem bei Untersuchungsteilnehmern, deren Motivation zu sportlicher Betätigung ohnehin eher gering war. Zum Teil behindert jedoch die Kollision von Trainings- und Arbeitszeiten das sportliche Engagement. Wer abends arbeitet, geht allerdings auch nicht in die Kneipe - so lassen sich Laborwerte zum Alkoholstoffwechsel interpretieren.

MEDICA.de; Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin