Der Preis wird von der Schilling-Stiftung im Stifterverband mit 20.000 Euro dotiert und von der Deutschen Neurowissenschaftlichen Gesellschaft alle zwei Jahre für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Hirnforschung verliehen. Er soll junge WissenschaftlerInnen bis zu einem Alter von 35 Jahren in ihrer Forschungsarbeit unterstützen.

Dr. Thomas Misgeld und seine Kollegen am Friedrich-Schiedel-Institut für Neurowissenschaften der Technischen Universität München untersuchen die Mechanismen des Axonabbaus. Axone bilden Milliarden hochspezifische Verbindungen (Synapsen) zwischen Nervenzellen. Bei ihren Untersuchungen bedienen sich Dr. Misgeld und seine Kollegen neuartiger Mikroskopieverfahren, die es ermöglichen, den Umbau von Axonen und Synapsen direkt im Nervensystem lebender Tiere zu beobachten.

Ganz wie die direkte Beobachtung anderer 'Lebewesen' in ihrem natürlichen Umfeld, ermöglicht es die Visualisierung von Nervenzellen während der Entwicklung und Schlussfolgerungen in Bezug auf die Signalwege zu ziehen, die einem beobachteten 'Verhalten' zugrunde liegen. Dabei haben die Wissenschaftler erste Hinweise auf ein ungewöhnliches Programm des axonalen Umbaus gefunden. Es ermöglicht unter Beteiligung nicht-neuronaler Zellen (so genannter Gliazellen) den kontrollierten Abbau von Axonen ohne Schaden für das umliegende Gewebe.

Die Untersuchungen von Dr. Thomas Misgeld stehen an der Schnittstelle zwischen neurobiologischer Grundlagenforschung und der klinisch relevanten Aufklärung von neurologischen Krankheitsmechanismen. Dadurch können zukünftig neurodegenerative Erkrankungen besser erforscht und verstanden werden.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsmedizin Göttingen