Wie das "Chimpanzee Sequencing and Analysis Consortium" am Mittwoch mitteilte, ist die Sequenzierung des Schimpansen-Genoms nunmehr vorläufig abgeschlossen. Spannend ist natürlich der Vergleich mit dem menschlichen Genom, dessen Gensequenz erst vor wenigen Jahren entschlüsselt wurde. Insgesamt unterscheiden sich Menschen- und Affengenom nur um ein Prozent. Zum Vergleich: Das Genom zweier Menschen unterscheidet sich in maximal 0,1 Prozent. In 29 Prozent der Fälle sind die encodierten Proteien von Mensch und Schimpanse identisch. Wenn sich die Proteine unterscheiden, dann typischerweise nur in einem der Proteine.

Natürlich gibt es auch deutliche Unterschiede im Genom, wie ein Blick auf das äußere Erscheinungsbild von Mensch und Schimpanse beweist. Jene menschlichen Gene, die sich am weitesten vom Affen entfernten sind die so genannten Transkriptionsfaktoren, die die Entwicklung anderer Gene beeinflussen. Dies könnte nach Meinung der Wissenschaftler erklären, warum sich Mensch und Affe im Laufe der Jahrtausende voneinander entfernten.

Weitere Unterschiede betreffen die Anfälligkeit für bestimmte Erkrankungen, wie zum Beispiel die Alzheimer-Demenz oder die Progression von der HIV-Infektion zum Vollbild der AIDS-Erkrankung.

Insgesamt, so das Ergebnis der vergleichenden Analyse, ist ein guter Teil der genetischen Unterschiede zwischen Mensch und Schimpanse auf genetischen Drift und selektive Prozesse zurück zu führen. Vor allem beim Menschen hat sich die Genexpression deutlich von jener der Schimpansen weg bewegt. Allerdings, auch das zeigt die Analyse, zeigen sich ausgerechnet im Gehirn die Unterschiede weniger stark als in anderen Organen.

MEDICA.de; Quelle: Nature 2005, Vol.437; S. 69-93,101-104.