Schirmchen machen Eingriff an der Herzklappe sicherer

Foto: Schirmchen

Um Schlaganfällen vorzubeugen
wird eine neue neuartiges
Schirmchen-System angewandt;
©panthermedia.net/Ingrid Walter

Bei einer verengten Aortenklappe oder einer undichten Mitralklappe half bis vor wenigen Jahren nur eine aufwändige Operation. Neueste Techniken erlauben heutzutage eine schonende Korrektur derartiger Defekte per Herzkatheter. „Doch bergen auch diese technologisch ausgereiften und apparativ sehr anspruchsvollen Eingriffe bestimmte Risiken.

So gibt es beispielsweise bei Eingriffen an einer stark verkalkten Herzklappe ein Schlaganfallrisiko von zwei bis fünf Prozent“, sagt Professor Georg Nickenig, Direktor der Medizinischen Klinik II des Universitätsklinikums Bonn. Denn bei dem Eingriff können sich kleine Verkrustungen von der verkalkten Herzklappe lösen. Gelangen diese im Blutstrom bis zum Gehirn, besteht akute Schlaganfallgefahr.

Daher setzen die Bonner Kardiologen bei solchen Eingriffen jetzt eine neuartige Methode ein. Über eine kleine Punktion in den Armen führen sie dabei zwei kleine Schirmchen rechts und links in die Haupthalsschlagadern. Sie bestehen aus einer dünnen Haut mit kleinen, blutdurchlässigen Poren. „Lösen sich bei dem Katheter-Eingriff Kalkbröckchen von der Herzklappe, fängt die gespannte Haut diese vor dem Gehirn wie ein Sieb auf“, erklärt Nickenig.„Ein Schlaganfall wird so verhindert.“

Dieses Verfahren hat sich bereits bei der Erweiterung verengter Halsschlagadern per Ballon-Katheter bewährt. Im Rahmen des internationalen Joint Interventional Meetings demonstrieren die Bonner Kardiologen diesen neuartigen Eingriff ihren internationalen Kollegen live via Satellit.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Bonn