Schirmverschluss schützt vor Schlaganfall

Foto: Herz und Schutzschirm (weiß)

Ein Schirmchen schütz vor Schlag-
anfall; © MHH/Bandel

Dabei implantierten Ärzte ein im Durchmesser etwa drei Zentimeter großes Schirmchen im linken Vorhofohr. Dort wird das sogenannte Herzohr mit Hilfe des Schirmchens verschlossen. Die Ursache für einen Schlaganfall bei Vorhofflimmern liegt bei vielen Patienten in einer Ansammlung von Blutgerinnseln in genau diesem Herzohr. Aus diesem Anhängsel des Vorhofes können sich die Blutgerinnsel ablösen und mit dem Blutstrom ins Gehirn gelangen, wo sie einen Schlaganfall verursachen.

"Durch den Verschluss des linken Vorhofsohres mit einer Art Minischirm können Schlaganfälle ebenso effektiv verhindert werden wie mit Medikamenten", sagt Professor Gunnar Klein, Oberarzt der Klinik für Kardiologie und Angiologie der MHH. "Der Patient kommt nach dem katheterunterstützten Eingriff über die Leiste langfristig ohne die Einnahme von Blutgerinnungshemmern aus."

Die Methode ist besonders für Patienten mit erhöhtem Schlaganfallrisiko bei Vorhofflimmern geeignet, also Patienten, die älter als 75 Jahre sind, die bereits einen Schlaganfall erlitten haben oder unter chronischer Herzschwäche, Diabetes oder Bluthochdruck leiden.

Der Eingriff wird in lokaler Betäubung durchgeführt und dauert etwa 30 bis 45 Minuten. Nach sechs Stunden darf der Patient wieder aufstehen und herumlaufen und wird am nächsten Tag nach Hause entlassen. Die Kosten für die neue Behandlungsmethode übernehmen die Kassen.

Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung im Erwachsenenalter und seine Verbreitung wird mit steigender Lebenserwartung der Bevölkerung weiter zunehmen. Allerdings haben die eingesetzten Medikamente zur Blutverdünnung erhebliche Nebenwirkungen, von Blutungskomplikationen bis zur Notwendigkeit engmaschiger Blutwertkontrollen beim Hausarzt.

MEDICA.de; Quelle: Medizinische Hochschule Hannover