Das berichtete Dr. Oxana G. Palesh vom University of Rochester Medical Center in New York, USA, auf dem Kongress “SLEEP 2008: 22nd Annual Meeting of the Associated Professional Sleep Societies”. Schlaflosigkeit hat generell zahlreiche negative Auswirkungen, zum Beispiel auf das Immunsystem oder auf die Herzfunktion. Um so negativer müssten schlaflose Phasen dann für Krebspatienten sein, die körperlich besonders beansprucht sind.

Doch wie groß ist das Problem der Insomnie denn tatsächlich bei Krebspatienten unter Chemotherapie? Die New Yorker Studie bezog sich auf 823 Patienten, die an der größeren „University of Rochester Cancer Center Community Clinical Oncology (URCC CCOP)“-Studie teilnahmen. Alle Probanden litten an Krebs – die Hälfte an einem Mammakarzinom – und waren unter aktiver Chemotherapiebehandlung. Ihr Durchschnittsalter lag bei 56,9 Jahren.

Zu Beginn des ersten Chemotherapiezyklus litten 76 Prozent der Patienten unter Schlaflosigkeit. Dies besserte sich leicht zu den nächsten Zyklen: Während der zweiten Phase litten noch 59 Prozent, im vierten Zyklus 45 Prozent der Patienten unter Schlaflosigkeit.

Interessanterweise gibt es in Bezug auf die Insomnie deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Krebsarten: Besonders schlecht schlafen Patienten mit Lungenkarzinom, am seltensten sind Personen mit einem Kolonkarzinom betroffen. Vermutlich liegt dies daran, dass bei ihnen oft chemotherapeutisch wirksame Stoffe zum Einsatz kommen, die weniger unerwünschte Wirkungen haben als beim Lungenkarzinom.

Weitere Erkenntnisse: Von Schlaflosigkeit sind mehr jüngere als ältere Patienten betroffen. In der Normalbevölkerung ist dies umgekehrt. Außerdem unterscheiden sich die Raten nicht zwischen Männern und Frauen. Auch dies ist in der Normalbevölkerung anders.

MEDICA.de; Quelle: SLEEP 2008: 22nd Annual Meeting of the Associated Professional Sleep Societies (APSS) Abstract 0698