Bild: Krankenhausflur mit Menschen 
Eine TIA sollte als ein
Warnzeichen gesehen werden
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Darauf machen die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) anlässlich einer aktuellen Studie der Oxford Universität aufmerksam. Dort konnte allein durch eine bessere Organisation der Akutbetreuung an einer Stroke Unit und durch eine strukturierte Nachbetreuung die Zahl erneuter Schlaganfälle um 80 Prozent gesenkt werden.

Die Symptome einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA) wie halbseitige Lähmungen und Sprachstörungen sind häufig nach wenigen Minuten wieder verschwunden. Die betroffenen Menschen sind dann allerdings keinesfalls außer Gefahr. Jeder zehnte erleidet innerhalb der nächsten drei Monate einen weiteren Schlaganfall, die Hälfte davon bereits innerhalb von zwei Tagen. Zu den Behandlungsmöglichkeiten, die einem weiteren Schlaganfall vorbeugen können, zählen etwa Medikamente wie Acetylsalicylsäure (ASS), die Senkung des Cholesterinwertes und eine Behandlung des erhöhten Blutdrucks.

Wie wichtig es ist, dass schnell behandelt wird, zeigt die Untersuchung der Neurologischen Universitätsklinik in Oxford. Die britischen Mediziner hatten 2002 eine Sprechstunde für Patienten mit TIA oder leichtem Schlaganfall eingerichtet. In den ersten anderthalb Jahren wurden die Patienten dort nur untersucht und mit Behandlungsempfehlungen an den Hausarzt zurücküberwiesen (Phase I). Es dauerte im Durchschnitt drei Tage, bis die Patienten abschließend untersucht waren und 20 Tage, bis sie ihre Medikamente erhielten.

Später übernahmen die Oxford-Spezialisten selbst die Behandlung (Phase II). Jetzt wurden die meisten Patienten noch am gleichen Tag untersucht und sie erhielten innerhalb eines Tages ihre Medikamente. Die Nachbetreuung erfolgte durch die Stroke Units. Die Auswirkungen waren gravierend: Während in Phase I insgesamt zehn Prozent der Patienten innerhalb von 90 Tagen einen Schlaganfall erlitten, waren es in Phase II nur zwei Prozent.

MEDICA.de; Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften