Migräne ist die häufigste Kopfschmerzart bei jungen Erwachsenen. Vor der Pubertät liegt die Prävalenz bei etwa vier Prozent und sogar bei 25 Prozent bei jungen Frauen in den 30ern.

Einige Beobachtungsstudien haben gezeigt, dass Personen mit Migräne ein erhöhtes Schlaganfallrisiko haben, andere Studien dagegen konnten keine Risikoerhöhung feststellen. Wenn es einen solchen Zusammenhang gibt, dann liegt er wahrscheinlich an einer Hyperaggregabilität der Thrombozyten in Verbindung mit einer Verminderung des zerebralen Blutflusses, den man bei Migräneanfällen mit Aura beobachtet.

Eine Meta-Analyse sollte nun Genaueres zeigen. 14 Studien aus den Jahren 1966 bis 2004, die den Zusammenhang zwischen Migräne und ischämischen Insulten untersuchten, wurden dafür re-analysiert. Die Meta-Analyse zeigte: Personen, die an irgendeiner Art von Migräne leiden, haben im Vergleich zu gesunden Personen ein 2,16-fach erhöhtes Risiko, einen ischämischen Insult zu erleiden, und zwar unabhängig vom Alter.

Erleiden Patienten in der Regel Migräneattacken ohne Aura, haben sie ein ähnlich hohes Risiko wie Patienten, deren Attacken meist mit einer Aura einhergehen. Frauen, die orale Kontrazeptiva einnehmen, haben sogar ein rund achtfach höheres Risiko.

Offenbar ist also doch etwas dran am Zusammenhang zwischen Migräne und dem Risiko eines Schlaganfalls. Nun sollen weitere Studien zeigen, welcher Mechanismus hinter dieser Assoziation steckt. Erschrocken zeigten sich die Studienleiter vor allem über das hohe Insultrisiko bei Migränepatientinnen, die orale Kontrazeptiva einnehmen. Da dies viele Frauen tun, sei der Forschungsbedarf auf diesem Gebiet besonders dringend, schreiben sie.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2005, Vol. 330, S. 63