Schlechte Haltungsnoten im Diagnosebereich

Kein gutes orthopädisches Zeugnis
für Bildschirmarbeitsplätze
© FH Gießen-Friedberg

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin war Auftraggeber des Projekts, das von dem Arbeitswissenschaftler Prof. Dr. Dieter Lorenz geleitet wird.

Im Mittelpunkt der empirischen Untersuchung stand die arbeitswissenschaftliche Analyse von Bildschirmarbeitsplätzen, wie sie an bildgebenden Großgeräten in der medizinischen Diagnostik (CT, MRT, Digitales Röntgen, Durchleuchten, Ultraschall usw.) zum Standard gehören.

Mit ihrem Untersuchungskonzept hatten sich als Projektpartner die FH Gießen-Friedberg und die ABoVe GmbH gegen eine Reihe von Mitbewerbern durchgesetzt. Das Team erfasste Daten zur Arbeitsplatzgestaltung, Akustik, Beleuchtung und zum Klima. Außerdem erbrachten Interviews und Fragebögen Angaben zur Arbeitsorganisation, zu den Arbeitsbedingungen und zur Softwareergonomie.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass eine Vielzahl der untersuchten Bildschirmarbeitsplätze nicht den arbeitswissenschaftlichen Anforderungen entspricht, die an sie gestellt werden, so Lorenz. Teilweise würden dort nicht einmal die gesetzlichen Mindestauflagen erfüllt.

Die Analyse ermittelte an den Arbeitsplätzen vor allem schlechte Beleuchtungsverhältnisse und mangelnde Bewegungsräume. Diese Faktoren führen bei den dort tätigen Medizinern und beim medizintechnischen Personal zu Zwangshaltungen und weiteren gesundheitlichen Belastungen. Die Untersuchung stellte fest, dass die meisten Fehler bei der Arbeitsplatzgestaltung aus der Unkenntnis der entsprechenden arbeitswissenschaftlichen Kriterien resultieren.

Als Reaktion darauf wird das Forschungsteam nicht nur eine repräsentative Beschreibung des Ist-Zustands vorlegen, sondern den Verantwortlichen in Kliniken und Praxen auch umfassende Empfehlungen und Beispiele zur Gestaltung an die Hand geben.

MEDICA.de; Quelle: Fachhochschule Gießen-Friedberg