Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz weisen häufig gleichzeitig eine koronare oder valvuläre Herzerkrankung auf. Wird ein kardiochirurgischer Eingriff nötig, stellen Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz eine Hochrisiko-Gruppe dar, die ein vielfach erhöhtes perioperatives Risiko aufweist. Obwohl dies seit Jahren gut dokumentiert ist, sind die Gründe hierfür nur unzureichend verstanden.

Für eine Studie haben sich neun herzchirurgische Zentren aus allen Regionen Deutschlands zusammengeschlossen und retrospektiv Daten zu den Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz gesammelt, die in diesen Zentren operiert worden waren. Ziel der Arbeit war, die Risikofaktoren für perioperative Mortalität herauszuarbeiten.

Für die Analyse lagen Daten zu 518 konsekutiven Patienten vor. Das mittlere Alter betrug 61 Jahre, 30 Prozent der Patienten war weiblich. Zum Zeitpunkt der Operation waren die Patienten im Median seit drei Jahren dialysiert worden. Es wurden 109 präoperative sowie 36 intraoperative Variablen erfasst. Als primärer Studienendpunkt diente die 30-Tage-Mortalität.

In der multivariaten Analyse erwiesen sich die folgenden Faktoren als signifikant mit der 30-Tage-Mortalität assoziiert: kardiogener Schock (p gleich 0,011; relatives Risiko: 11,92), vorausgegangene gefäßchirurgische Operation (p gleich 0,004; relatives Risiko: 3,23), Diabetes mellitus (p gleich 0,004; relatives Risiko gleich 2,54), vorausgegangene Herzoperation (p gleich 0,043; relatives Risiko: 2,41), ventrikuläre Herzrhythmusstörungen (p gleich 0,018; relatives Risiko: 2,41), intraoperative Ultrafiltration (p gleich 0,045; relatives Risiko: 2,20), Anzahl der Einheiten von perioperativ transfundierten Erythrozytenkonzentraten (p kleiner 0,001; relatives Risiko: 1,14 pro Einheit), der präoperative Karnofsky Index (p kleiner 0,001; relatives Risiko: 0,97).

MEDICA.de; Quelle: 34. Jahrestagung der Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie