Verschiedene Untersuchungen hatten gezeigt, dass Raucher ein generell höheres Risiko nach Organtransplantationen haben: Ihre Mortalität ist erhöht und das Risiko eines Organversagens ebenfalls. Ein direkter Zusammenhang mit der Transplantatabstoßung war bislang aber nicht nachgewiesen worden.

Das holt nun eine Studie der University of Minnesota, Minneapolis, USA, nach, die jetzt auf dem gemeinsamen Jahreskongress der "American Society of Transplant Surgeons" und der "American Society of Transplantation" vorgestellt wurde. Wissenschaftler analysierten retrospektiv die Daten von mehr als 4.000 Patienten, die am Fairview University Medical Center and Hennepin County Medical Center, Minneapolis, zwischen Januar 1984 und Juli 2004 eine neue Niere bekommen hatten. Diese Patienten waren damals gefragt worden, ob sie rauchen. Etwa ein Viertel der Transplantatempfänger bejahte dies.

Mehr als zehn Jahre später nun wurde der damalige Raucherstatus mit dem Langzeitergebnis nach der Transplantation verglichen. Eindeutiges Ergebnis: Raucher haben ein 51 Prozent höheres Risiko, dass die Niere irgendwann wieder abgestoßen wird, als Nichtraucher. Die Mortalität ist 45 Prozent höher, die Rate akuter Abstoßungsreaktionen innerhalb des ersten Jahres 27 Prozent höher.

Der Zusammenhang zwischen Rauchen und Abstoßungsreaktion ist nicht genau bekannt. Möglicherweise gibt es einen biologischen Grund, etwa der Einfluss des Rauchens auf Immunreaktionen. Andererseits gibt es Hinweise auf soziodemographische Faktoren. Vielleicht tun Raucher generell weniger für ihre Gesundheit, auch nach einer Transplantation.

Rauchen ist keine generelle Kontraindikation gegen eine Nierentransplantation. Das stellen die Studienleiter klar. Aber der Raucherstatus könnte ein wertvoller Hinweis für die Nachbehandlung eines Transplantierten sein.

MEDICA.de; Quelle: ATC 2005: 6th Annual Joint Meeting of the American Society of Transplant Surgeons and the American Society of Transplantation Abstract 13