Schlechtes Image für Pflegeberufe in Deutschland

Deutsches Pflegepersonal blickt
eher skeptisch in die Zukunft
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Das geht aus neuesten Erhebungen von der EU-finanzierten NEXT-Studie hervor (NEXT = Nurses' early exit study). In anderen Ländern wie Belgien, Finnland und den Niederlanden ist die Einschätzung deutlich günstiger.

Lediglich in der Slowakei wird das Image von Pflegepersonal in Krankenhäusern und Altenheimen noch schlechter eingeschätzt, nämlich von 61 Prozent der Befragten. Dort allerdings erklären sehr schlechte Arbeitsbedingungen und schlechte Bezahlung dieses Ergebnis. Trotzdem ist die Arbeitsmotivation der Pflegenden hoch: Hauptmotiv ist ihre Arbeit mit Menschen, wie drei Viertel von 2538 Befragten angaben.

Der Gesundheitssektor ist der Wirtschaftsbereich mit den größten erwarteten Zuwachszahlen in den kommenden Jahrzehnten. Um den damit verbundenen zusätzlichen Bedarf an Pflegepersonal decken zu können, muss die Pflege für junge Menschen endlich wieder eine attraktive Berufsperspektive werden, erläutert Dr. Hans-Martin Hasselhorn, einer der Koordinatoren der Studie.

Genau das aber wird nach Einschätzung der Befragten nicht der Fall sein: 63 Prozent der Befragten befürchten, dass sich die Attraktivität der Pflegeberufe in der jungen Generation in den nächsten zehn Jahren weiter verschlechtern wird.

Einrichtungen im Gesundheitsdienst sind mit strukturellen und administrativen Problemen konfrontiert. Dass es Unternehmen dennoch schaffen, für Beschäftigte zufriedenstellende und günstige Arbeitsbedingungen zu schaffen, zeigt die NEXT-Studie auch in Deutschland, wo sich etwa ein Viertel der 75 teilnehmenden Einrichtungen mit durchaus positiven Befragungsergebnissen auszeichneten.

Die dreijährige NEXT-Studie wird mit zwei Millionen Euro von der EU finanziert. Die Koordination der europäischen Zusammenarbeit in 10 Ländern der EU liegt bei Dr. Hasselhorn und Prof. Dr. Bernd Hans Müller vom Fachgebiet Arbeitssicherheit und Ergonomie der Universität Wuppertal.

MEDICA.de; Quelle: Universität Wuppertal - NEXT Studiengruppe