Schmerzen gezielt behandeln

Das Fibromyalgiesyndrom (FMS) ist vielgestaltig: Chronische Schmerzen in Brustkorb, Halswirbelsäule und Kopf, Schlafstörungen und Depressionen gehören dazu. Parallel leiden FMS-Patienten häufig an chronischen Schmerzen in Magen und Darm. Viele Betroffene klagen über Kribbeln, Schmerzen und Bewegungsdrang in den Beinen - das sogenannte Restless-Legs-Syndrom (RLS). Besonders schwierig sei es, das Syndrom von verschiedenen rheumatischen Erkrankungen zu unterscheiden. In Einzelfällen dauere die Diagnose bis zu 13 Jahren.

Eine in diesem Jahr veröffentlichte Leitlinie hilft Ärzten dabei, die Krankheit zu erkennen. Experten verschiedener Fächer haben die Leitlinie gemeinsam entwickelt. Die Wissenschaftler haben für die Leitlinie 146 Studien zum Thema FMS ausgewertet.

Bei der Erstdiagnose empfehlen die Experten, den gesamten Körper des Patienten zu untersuchen. Denn es ist wichtig, dass der Arzt schon früh begleitende Erkrankungen wie das RLS oder einen Reizdarm erkennt. Im Labor erfolgt anschließend die Kontrolle verschiedener Parameter, insbesondere zum Ausschluss einer entzündlich rheumatischen Erkrankung. Ob und in welchem Ausmaß der Patient im Alltag beeinträchtigt ist, kann der Arzt durch bestimmte Fragen feststellen.
Dazu zählt auch, sich gezielt nach chronischen Stressfaktoren zu erkundigen.

Um den Patienten optimal zu behandeln, sehen die Leitlinien neben Medikamenten auch nicht pharmakologische Therapien vor: Patientenschulungen, Ausdauertraining und Verhaltenstherapie gehören dazu. Nicht zu empfehlen seien Steroidhormone und starke Opioide. Denn ob sie langfristig schmerzlindernd wirken, ohne den Körper unnötig zu belasten, konnte nicht nachgewiesen werden.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V.