Schmerzmedizin wird Pflichtfach

„Diese Änderung ist für uns und vor allem für die von Schmerz betroffenen Patienten eine sehr gute Nachricht“, freut sich Professor Wolfgang Koppert, Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft. „Sie ist das Resultat eines über viele Jahre andauernden Bemühens der Deutschen Schmerzgesellschaft – damals noch DGSS – bereits im Studium strukturierte Wissensinhalte zum Thema Schmerz fest zu verankern.“

Geschätzte 17 Prozent aller Deutschen leiden unter chronischen Schmerzen, die nicht nur die Patienten teils erheblich einschränken, sondern die Sozialkassen auch mit rund 25 Milliarden Euro jährlich belasten. Ein großer Teil des Leids und der Kosten würden sich vermeiden lassen, würden Ärzte besser in Schmerzmedizin ausgebildet. Denn rechtzeitig richtig behandelt, muss aus einem akuten Schmerz kein chronischer werden. „Die Änderung der Approbationsordnung wird mittelfristig zu einer deutlichen Verbesserung der schmerztherapeutischen Versorgung der Patienten führen, weil zu einem früheren Zeitpunkt die richtigen Weichen in der Behandlung insbesondere chronisch schmerzkranker Patienten gestellt werden können“, sagt Doktor Andreas Kopf, Leiter des Schmerz- und Palliativzentrums der Charité.

Darüber hinaus entspricht die Änderung in besonderem Maße dem Wunsch vieler Studierender nach mehr Wissensvermittlung auf diesem zentralen Gebiet der Medizin. Ein erster Schritt in diese Richtung war das Kerncurriculum Schmerztherapie der Deutschen Schmerzgesellschaft, das die wichtigsten Informationen zum Thema in 14 Unterrichtsstunden vermittelt. Es ist seit 2008 in etwa zwei Dritteln der Medizinischen Fakultäten in Deutschland im Einsatz und wird derzeit aufgrund der Erfahrungen revidiert. „Etwa drei Viertel der Fakultäten lehren Schmerztherapie in irgendeiner Form. Aber erst durch die Änderung der Approbationsordnung wird die Schmerzmedizin zum verbindlichen Prüfungsfach und erlangt das erforderliche Gewicht“, so Koppert.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Schmerzgesellschaft