Schmerztherapie oft nicht ausreichend

Foto: Älterer Mann

Viele Menschen in Pflegeheimen
leiden an Schmerzen; © SXC

Das ist das erste Zwischenergebnis von PAiN, einem Kooperationsprojekt der Charité - Universitätsmedizin Berlin im Forschungsverbund ama (Autonomie trotz Multimorbidität im Alter).

In einer Vorstudie analysierten die Forscher Krankenkassendaten von 8.685 Pflegeheimbewohnern aus dem 2. Quartal 2007 anhand der drei Diagnosen nicht näher klassifizierte Schmerzen, Hüftarthrose und Nervenschmerz nach Gürtelrose. Bei 1.275 Pflegeheimbewohnern, etwa 15 Prozent, wurde eine dieser Diagnosen gestellt. Nur etwas mehr als die Hälfte der Betroffenen erhielt eine medikamentöse Schmerzbehandlung.

Zurzeit werden die Daten aus dem gesamten Jahr 2008 vertieft analysiert, inklusive der durch Kassenärzte erbrachten Leistungen sowie Heil- und Hilfsmittel. Für die Analyse der geplanten Gesamtstichprobe von 1.000 Pflegeheimbewohnern im Rahmen einer Primärdatenerhebung ziehen die Forscher zahlreiche weitere Daten heran, unter anderem zur Angemessenheit der Schmerzmedikation, zur Schmerzverarbeitung, zur Selbstwirksamkeit, zur körperlichen Funktionsfähigkeit sowie zur subjektiv wahrgenommenen Autonomie.

Bisher lägen vorläufige Ergebnisse von 205 Bewohnern aus 17 Pflegeheimen vor, die zwar nicht repräsentativ seien, aber einen Trend zeigten, sagen die Forscher. So setzen vier der 17 Einrichtungen nicht den "Nationalen Expertenstandard zum Schmerzmanagement in der Pflege" um, obwohl dieser seit 2004 vorliegt und hohe Verbindlichkeit besitzt. In diesem Standard finden sich etwa Regelungen zur Schmerzerkennung und -einschätzung, zur Umsetzung der medikamentösen Schmerztherapie und der Zusammenarbeit mit Ärzten und Therapeuten, aber auch zu nicht-medikamentösen Maßnahmen.

Das Projekt PAiN richtet seinen Fokus auf das Phänomen Schmerz bei Heimbewohnern über 65 Jahre. Dabei stehen die Wechselbeziehungen zwischen Schmerzen, Multimorbidität und Autonomie einerseits und die Zusammenhänge zwischen individuellen Ressourcen sowie medizinischen und pflegerischen Interventionen mit dem Schmerzgeschehen andererseits im Mittelpunkt der Forschung.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS)