Schmerzverarbeitung verrät Parkinson-Gen

Foto: Mann hält Glas in der Hand

Das Zittern macht vielen Parkinson-
Patienten zu schaffen; © ABDA

Neben den Hauptsymptomen wie Steifheit und Schüttellähmung plagen Parkinson-Patienten auch häufig Kribbeln, Taubheitsgefühlen oder Schmerzen. Kürzlich wurden Mutationen in mehreren Genen (PARKIN und PINK1) als Ursache eines früh beginnenden Parkinson-Syndroms identifiziert. Genträger haben ein höheres Risiko an Parkinson zu erkranken.

Von Untersuchungen dieser Personengruppen erhofft sich die Medizin den Nachweis von Vorzeichen der Parkinsonerkrankung, die bereits vor den ersten Symptomen auftreten und eine frühzeitige Behandlung ermöglichen. Kieler und Lübecker Forscher um Doktor Janne Gierthmühlen untersuchten daher je 14 Genträger und gesunde Kontrollpersonen mit mehreren sensorischen Tests.

Es zeigte sich, dass PINK1-Mutationsträger mechanische Reize schlechter wahrnehmen und erst stärkere mechanische und Druckreize als schmerzhaft empfinden als gesunde Menschen. Die Genträger wiesen also eine verringerte Sensibilität auf, unabhängig davon, ob sie schon Parkinson-Symptome zeigten oder nicht. Die Funktion peripherer Nerven zeigte sich neurographisch unauffällig und Vibrationen spürten PINK1-Mutationsträger ähnlich wie andere Menschen. "Wir vermuten deswegen, dass es sich um eine zentrale Verarbeitungsstörung handelt, die auf der Ebene des Rückenmarks und Gehirn begründet ist, und nicht in den peripheren Nerven", erklärt Gierthmühlen.

Bei Parkinson-Patienten ohne Genmutation sind die Reizverarbeitungsmuster anders: Sie berichten etwa über eine stärkere Hitzeempfindlichkeit der Haut. "Das könnte bedeuten, dass das durch die entsprechenden Mutationen bedingte Parkinson-Syndrom sich anders äußert und sich so klinisch von anderen Parkinsonformen unterscheiden lässt", so die Forscher.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS)