Die Molekülstrukturen von Blutzucker, Cholesterin, Blutfetten, verschiedenen Eiweißen oder Harnstoffen werden mit Hilfe von infrarotem Messlicht analysiert und die Konzentrationen der Inhaltsstoffe mit hoher Genauigkeit ermittelt. Da das Verfahren ohne Reagenzien oder besondere Probenvorbereitung auskommt, lässt es sich direkt am Bett des Patienten anwenden.

Ein Vorteil ist die Schnelligkeit, mit der das Ergebnis vorliegt. So kann der Arzt noch während der Operation oder auf der Intensivstation Informationen über den Zustand des Patienten erhalten.

Da das Verfahren weniger aufwändig und daher kostengünstiger als die gängigen Laboranalysen ist, gehen die Forscher um Prof. Dr. Werner Mäntele davon aus, dass die Einführung der Infrarotspektroskopie bei der Blut- und Harnanalyse zu erheblichen Einsparungen im Gesundheitswesen führen wird.

Benötigt wird ein Tropfen Blut oder Urin, der auf eine speziell entwickelte optische Messplatte aufgebracht und dann von der Rückseite her mit infrarotem Licht durchstrahlt wird. Für die Messung und Auswertung haben die Forscher mathematische Verfahren entwickelt, die an vielen hundert Blut- und Urinproben durch Vergleichsmessungen im Zentrallabor der Universitätsklinik überprüft wurden. Derzeit werden mit dem Prototyp des Messgeräts Testreihen in Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik Frankfurt durchgeführt.

MEDICA.de; Quelle: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt