"Das Ergebnis war enttäuschend", sagte Dr. Britta Gröndahl von der Kinderklinik und Kinderpoliklinik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Die Einrichtung ist Teil des Forschungsnetzwerkes PID-ARI.net, das Infektionen der Atemwege im Kindesalter untersucht.

Viele Viren befallen unsere Atemwege, viele davon sind harmlos. Nicht jedoch Influenza und das Respiratory Syncytial Virus (RSV). Beide gehen im Winter in Wellen durch die Bevölkerung.

Seit einiger Zeit werden Schnelltests angeboten, die Ärzten helfen sollen, Lungenentzündungen und andere schwere Atemwegserkrankungen richtig zu behandeln. Die Qualität eines RSV- und eines Influenza-Schnelltests haben Wissenschaftler des Forschungsnetzwerkes PID-ARI.net untersucht.

Das Ergebnis war ernüchternd: "In der Influenza-Saison können Ärzte eine Virusgrippe allein anhand der Krankheitszeichen treffgenauer diagnostizieren als mit dem untersuchten Schnelltest. Auch außerhalb der Grippe-Saison ist er zu ungenau", erklärte Dr. Gröndahl. "Auch der untersuchte RSV-Test ist außerhalb der Saison ungeeignet und insbesondere in der kritischen Übergangszeit zu ungenau."

In der Studie wurden insgesamt 635 Proben von Schleim aus dem Nasen-Rachen-Raum untersucht. Alle Proben stammten von Kindern zwischen null und 16 Jahren, die wegen akuter Infektion der unteren Atemwege in die Kinderklinik der Universität Mainz eingeliefert wurden.

"Zumindest die Ergebnisse des RSV-Schnelltests sehen zunächst noch recht verlässlich aus", so Gröndahl, "dennoch sind sie mit Vorsicht zu bewerten. Außerhalb einer Erkrankungswelle werden die Ergebnisse fragwürdig." Die Wissenschaftlerin empfiehlt deshalb, außerhalb der Erkältungszeit präzisere Nachweismethoden wie die PCR (Polymerasekettenreaktion) einzusetzen.

MEDICA.de; Quelle: Johannes Gutenberg-Universität Mainz