Das zeigt eine Meta-Analyse über zehn Studien, die alle den blutdrucksenkenden Effekt von Kakao in Schokolade, grünem oder schwarzem Tee untersuchten. In diesen Untersuchungen, die sich über mindestens sieben Tage hinzogen, nahmen die Probanden pro Tag mindestens etwa 100 Gramm Schokolade beziehungsweise vier bis sechs Tassen grünen oder schwarzen Tees zu sich. Getestet wurde die Wirkung jeweils im Vergleich zu Kontrollgruppen.

In den Schokolade-Studien sanken der systolische und diastolische Blutdruck bei den Probanden im Vergleich zu den Kontrollgruppen um durchschnittlich -4.7 mmHg (systolischer Blutdruck; p kleiner 0.002) beziehungsweise -2,8 mmHg (diastolischer Blutdruck; p kleiner 0.006). In den Tee-Studien dagegen veränderten sich die Blutdruckwerte kaum: plus 0,4 mmHg (systolischer Blutdruck; p gleich 0.63); -0,6mmHg (diastolischer Blutdruck; p gleich 0.38).

Dies wirft natürlich Fragen auf. Sowohl Kakaobohnen als auch Teeblätter enthalten Polyphenole, die man für blutdrucksenkende Effekte mitverantwortlich macht. Warum aber senkt nur Schokolade den Blutdruck? Schokolade enthält aus der Gruppe der Polyphenole besonders viel Procyanidine, während grüner und schwarzer Tee reich an Flavan-3-olen ist. Möglicherweise, so vermuten die Studienleiter, haben die Procyanidine eine höhere Bioverfügbarkeit und können vom Körper daher besserverarbeitet werden.

Die Wirkung von Schokolade soll mit der von blutdrucksenkenden Medikamenten etwa vergleichbar sein und hat auf jeden Fall klinische Relevanz. Sie entspricht nach Auskunft der Studienleiter etwa der blutdrucksenkenden Wirkung von Beta-Blockern oder ACE-Hemmern. Würden Menschen mehr Schokolade essen, könnte dies das Risiko von Schlaganfällen in der Bevölkerung senken.

MEDICA.de; Quelle: Archives of Internal Medicine 2007, Vol. 167, S. 626-634