Das zeigt eine Studie, die jetzt beim Jahreskongress der „American Heart Association“ (AHA) vorgestellt wurde. Die Probanden gehörten zur „Genetic Study of Aspirin Responsiveness (GeneSTAR)“-Studie. Alle wurden angewiesen, nicht zu rauchen und möglichst alle Nahrungsmittel zu vermeiden, die Flavonoide enthalten wie etwa Grapefruit, Koffeinhaltige Nahrungsmittel, Wein und Schokolade. Von Flavonoiden weiß man nämlich, dass sie mit der Aktivität der Thrombozyten interferieren. 139 gesunde Personen durften weiterhin Schokolade essen und dienten als Vergleichsgruppe.

In verschiedenen Tests zur Blutgerinnung zeigte sich, dass die Personen der Vergleichsgruppe eine signifikant längere Gerinnungszeit hatten als die Probanden jener Gruppe, die keine Schokolade essen durften. Die Gerinnungszeit war zwar erhöht, aber noch innerhalb des normalen Rahmens. Dieses Ergebnis war unabhängig vom Geschlecht der Probanden, deren Alter, Raucherstatus, Body Mass Index, systolischen Blutdruck und Cholesterinspiegel. Auch die Menge der „eingenommenen“ Schokolade spielte dabei keine Rolle. Schon geringe Mengen erhöhten die Gerinnungszeit.

Physiologisch gesehen geschieht beim Genuss von Schokolade das, was auch bei der Einnahme von Acetylsalicylsäure passiert. Der Effekt ist jedoch deutlich geringer. Immerhin sind die Studienleiter davon überzeugt, dass der Genuss von Schokolade, oder eben der Verzicht darauf, zum Teil erklären könnte, warum die Variabilität der Blutgerinnung interindividuell so verschieden ist. Und noch eine weitere Erkenntnis drängt sich auf: Möglicherweise ist dies nämlich die Erklärung für die kardioprotektiven Effekte der Schokolade.

MEDICA.de; Quelle: American Heart Association (AHA): Scientific Sessions 2006 Abstract 4101