Die ärztliche Sorge um eine Schwangere beginnt schon vor der Zeugung. Paare, die sich ein Kind wünschen, können bereits im Vorfeld einiges dafür tun, um die Chancen einer Befruchtung zu steigern und das Risiko von Komplikationen zu vermindern. Die „US Centers for Disease Control and Prevention (CDC)“ haben dazu jetzt Leitlinien herausgegeben. Nicht nur der Gynäkologe, sondern bereits der Hausarzt oder Allgemeinmediziner kann den potentiellen Kinderwunsch erfragen und dann entsprechend handeln.

Die Gesundheitsaufklärung der breiten Massen sollte verbessert werden, vor allem auch in Hinsicht darauf, welche Verhaltensweisen eine Schwangerschaft begünstigen, welche nicht. Plant ein Paar, Kinder zu bekommen, dann sollte es einen Arzt aufsuchen. Der könnte Folgendes tun:

Folsäure verordnen: Folsäure-Supplemente vermindern die Gefahr von Neuralrohrdefekten. Außerdem muss ein etwaiger Diabetes mellitus noch schärfer überwacht werden. Eine gute diesbezügliche Kontrolle vermindert das Risiko von Schwangerschaftskomplikationen um das Dreifache.

Ähnliches gilt für die Schilddrüse: Eine etwaige Substitutionstherapie ist jetzt noch dringender nötig und kann Komplikationen beim Kind verhindern.

Frauen, die schwanger werden wollen, sollten gegen Hepatitis B geimpft und auf eine HIV-Infektion untersucht werden. Auch eine Gonorrhoe- und Chlamydieninfektion sollte rechtzeitig erkannt werden. Dies vermindert das Risiko ektopischer Schwangerschaften.

Besonderheiten gelten auch für Frauen, die medikamentös behandelt werden. So sollten Warfarin und Isotretinoin nach Möglichkeit nicht mehr eingenommen werden. Selbstverständlich muss ein Arzt darauf hinweisen, dass Rauchen schädlich ist, ebenso der Alkoholgenuss. Nicht zuletzt muss Übergewicht eingedämmt werden, da zu viele Pfunde das Risiko von Neuralrohrdefekten und Schwangerschaftskomplikationen erhöhen.

MEDICA.de; Quelle: Journal of the American Board of Family Medicine 2007, Vol. 20, S. 81-84