Bild: Blut 
Antikörper verhindern
Blutgerinnsel
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Die Würzburger Wissenschaftler setzen an den Blutplättchen an, weil die bei der Entstehung von Blutgerinnseln in den Arterien und damit bei Schlaganfällen eine tragende Rolle spielen. Sie haben Antikörper hergestellt, die auf der Oberfläche der Blutplättchen andocken und dort die Rezeptoren Glykoprotein(GP)Ib und GPVI blockieren. Dadurch können sich die Plättchen nicht mehr an die Gefäßwände anheften, so dass erst gar kein Gerinnsel entsteht.

Die Forscher fanden heraus: Bei Labormäusen, deren Blutplättchen nach einer Injektion der Antikörper blockiert sind, kommt es zu deutlich geringeren Schlaganfällen als bei unbehandelten Artgenossen. In den kleinen Gehirnarterien der Nager entwickeln sich weniger Gerinnsel, so dass die Durchblutung im Bereich des Hirninfarktes deutlich besser ist als bei einem "vollen" Schlaganfall. Nach dem Hirninfarkt zeigen sich außerdem weitaus weniger neurologische Ausfallerscheinungen.

Sollten diese Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sein, könnten Schlaganfälle, die durch eine plötzliche Verstopfung der Blutgefäße zustande kommen ,in Zukunft besser verhindert werden. Dieser Typus macht rund 85 Prozent aller Schlaganfälle aus, der Rest entsteht durch Blutungen im Gehirn. Doch die Blockade der Blutplättchen birgt auch eine Gefahr in sich, nämlich dass die Blutgerinnung nicht mehr richtig funktioniert und deshalb das Risiko für innere Blutungen steigt.

"Aber glücklicherweise bluten die Mäuse nach der Verabreichung der Antikörper nicht stärker als ohne Behandlung. Das haben wir durch kernspintomographische Untersuchungen nachgewiesen, darin liegt die Stärke dieser neuen Plättchenhemmer", so Kleinschnitz.

MEDICA.de; Quelle: Julius-Maximilians-Universität Würzburg