Schwaches Herz verringert das Gehirnvolumen

Foto: Gehirn

Der Blutfluss zum Gehirn könnte einen
Einfluss auf das Gehirnvolumen haben;
© Hemera

In der Studie wurden 1504 Personen untersucht: Die Leiterin des Forscherteams, Doktor Angela Jefferson von der Boston University School of Medicine, betrachtete das Gehirn der Probanden mithilfe bildgebender Verfahren und konnten so zeigen, dass das Gehirn von Personen mit einer schlechten Herzleistung fast zwei Jahre schneller als der Durchschnitt – und zwar unabhängig vom Alter der Personen oder einer bereits bestehenden Herzerkrankung.

„Die Ergebnisse sind sehr interessant und implizieren, dass ein niedriger Herzindex und die Gesundheit des Gehirn zueinander in Beziehung stehen“, so Jefferson. Beim sogenannten Herzindex wird die Pumpleistung des Herzen in Bezug zur Körperoberfläche gesetzt, um seine Leistung durch einen Wert darstellen zu können.

Jefferson wies jedoch ebenfalls darauf hin, dass die Personen der Studie mit einem geringeren Gehirnvolumen keine eingeschränkten Hirnfunktionen zeigten: es sei allerdings denkbar, dass das kleinere Volumen ein erstes Anzeichen für zukünftige Einschränkungen ist. Denn auch bei Demenz-Erkrankungen sind stärkere „Schrumpfungsprozesse“ des Gehirns zu beobachten. Jefferson verwies weiter darauf, dass nur wenige Studienteilnehmer an einer Herzkrankheit litten. Allerdings wies fast ein Drittel aller Probanden eben jenen niedrigen Herzindex auf.

Jefferson weiter: „Es gibt verschiedene Theorien, inwiefern ein reduzierter Herzindex die Gehirnleistung beeinflusst. Zum Beispiel könnte das geringere Blutvolumen den Blutfluss zum Gehirn reduzieren, wodurch weniger Sauerstoff und Nährstoffe für die Hirnzellen zur Verfügung stehen.“

Für eine abschließende Klärung sind jedoch weitere Untersuchungen notwendig. Dann soll zum Beispiel die Frage beantwortet werden, ob tatsächlich die Pumpleistung für die Abnahme des Gehirnvolumens verantwortlich ist, oder ob eine andere Ursache denkbar ist.


MEDICA.de; Quelle: Boston University