Die Gebärmutter von Frauen mit Gebärmutterhalskrebs im frühen Stadium kann erfolgreich erhalten werden, wie eine Studie des Cervixzentrums der Charité jetzt zeigt. Für die Untersuchung der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie wurden 108 Frauen mit frühem Gebärmutterhalskrebs ohne Entfernung der Gebärmutter operiert. Stattdessen wandten die Ärzte die radikale Trachelektomie an, bei der zwei Drittel des Gebärmutterhalses und die innere Hälfte des Halteapparates der Gebärmutter entfernt, der Gebärmutterkörper und der innere Muttermund aber erhalten bleiben.

Kombiniert wurde das Verfahren mit der Entfernung der Beckenlymphknoten mittels einer Bauchspiegelung. Wie erwartet trat tatsächlich nur bei vier der 108 Frauen wieder ein Tumor auf. Dadurch ist gewährleistet, dass das neue Verfahren onkologisch genauso sicher ist wie die komplette Entfernung. Während und nach der Operation traten nur selten Komplikationen auf, die alle ohne Dauerfolgen für die Patientinnen blieben.

Das Studienergebnis ist besonders deswegen erfreulich, weil das Verfahren Frauen mit Gebärmutterhalskrebs die Möglichkeit einer Schwangerschaft erhält: Zwanzig Patientinnen wurden nach der Operation schwanger, zwölf bekamen inzwischen gesunde Kinder, bei einigen steht die Geburt noch bevor. Eine Frau hatte eine Fehlgeburt in der 13. Woche. Die Entbindung muss nach dem Eingriff allerdings mit Kaiserschnitt erfolgen.

Die Methode der radikalen Trachelektomie zur Behandlung von Frauen mit frühem Gebärmutterhalskrebs ist inzwischen in den Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft verankert. Diese Behandlungsmethode sollte allen Frauen angeboten werden, die sich Kinder wünschen und deren Tumoren mit einem Durchmesser von unter zwei Zentimetern auf den Gebärmutterhals beschränkt sind und im Gesunden entfernt werden können.

MEDICA.de; Quelle: Charité-Universitätsmedizin Berlin