Schwangere haben seltener Migräne

Foto: Frau mit geschlossenen Augen und Hand an der Stirn

Migräneattacken treten in der
Schwangerschaft seltener auf;
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Die Gehirnrinde von Migränepatienten reagiert vor einer Migräneattacke auf stets wiederkehrende Reize anders als die von Menschen, die nicht an Migräne leiden. Durch elektrophysiologische Untersuchungen der Hirnströme kann gemessen werden, ob die Gehirnrinde wiederkehrende Reize zunehmend "ausblendet". Man nennt dies kortikale Habituation. Wissenschaftler aus Kiel und Rostock haben untersucht, ob mit der verminderten Häufigkeit von Migräneanfällen in der Schwangerschaft auch eine Normalisierung der Aktivität in der Hirnrinde (kortikale Habituation) einhergeht.

Um die elektrischen Hirnaktivität bei Schwangeren zu messen, führten die Wissenschaftler mit Hilfe eines Elektroenzephalographen (EEG) Untersuchungen bei 14 schwangeren Migränepatientinnen in unterschiedlichen Schwangerschaftswochen und 15 schwangeren Gesunden durch. Außerdem wurden 16 nicht-schwangere gesunde Frauen und zwölf nicht-schwangere Migränepatientinnen untersucht. Die Teilnehmerinnen hatten die Aufgabe, auf bestimmte Töne zu achten, die wenige Sekunden zuvor über einen Warnton angekündigt wurden.

Die Reaktion der Hirnströme (EEG) diente zur Bestimmung der kortikalen Habituation. Die Wissenschaftler stellten fest, dass sich die schwangeren Migränepatientinnen im letzten Schwangerschaftsdrittel nicht von der Gruppe der Gesunden unterschieden. Dagegen waren vier Wochen nach der Entbindung bereits wieder deutliche Unterschiede zu messen. Ein Grund für die verbesserte kortikale Habituation während der Schwangerschaft dürfte darin liegen, dass während der Schwangerschaft weniger Schwankungen der Hormonspiegel auftreten als während des monatlichen Zyklus.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft