In zwei bis drei Prozent aller Schwangerschaften kommt es zur Präeklampsie, die für rund 60.000 Todesfälle weltweit verantwortlich ist. Im Blutkreislauf von Plazenta und Mutter findet man Marker eines oxidativen Stresses. Folglich müsste man mit Antioxidantien Präeklampsien verhindern können. In zehn Regionen Großbritanniens wurden daher nun an 25 Krankenhäusern doppel blinde, randomisierte Studien vorgenommen, um den Effekt von 1000 mg Vitamin C sowie 400 IU Vitamin E pro Tag auf die Inzidenz von Präeklampsien bei Frauen mit hohem Präeklampsierisiko zu untersuchen.

2.410 Frauen nahmen an dieser „Vitamins in Pre-eclampsia (VIP)“-Studie teil. Randomisiert erhielten sie ab dem zweiten Trimester bis zur Geburt randomisiert entweder die Vitamine oder Placebo.

Die Inzidenz der Präeklampsie betrug 15 Prozent in der Verumgruppe und 16 Prozent in der Placebogruppe. Unter der Vitamingabe wurden sogar etwas mehr leichtgewichtige Babys geboren als unter Placebogabe (28 Prozent versus 24 Prozent). 21 Prozent der Kinder in beiden Gruppen waren sehr klein für ihr Gestationsalter.

Die Autoren weisen zwar darauf hin, dass die Vitamindosen unterhalb der empfohlenen Tagesmengen für Schwangere blieben (2000 mg Vitamin C und 1.000 mg Vitamin E pro Tag), raten aber dennoch von einer Vitamingabe an Schwangere ab: Ein Nutzen sei nicht nachweisbar, aber die Rate untergewichtiger Babys erhöht, so schreiben sie.

Experten kommentieren das Ergebnis dieser Studie ähnlich. Es sei erstaunlich, dass Vitamindosen unterhalb der empfohlenen Dosis potentiell Schaden anrichten könnten, so heißt es. Aber andere Studien hätten Ähnliches gezeigt. Allerdings laufen zur Zeit auch andere Studien in der Dritten Welt, wo die Versorgung mit Vitaminen generell schlechter ist. Dort erwartet man eher einen Nutzen von Vitaminsupplementen für Schwangere.

MEDICA.de; Quelle: Lancet 2006, Early Online