Schon seit langem hat man beobachtet, dass sich manche Erkrankungen in der Schwangerschaft bessern. Dazu gehörte auch die RA. Bislang ist dieser Zusammenhang aber noch nicht in einer größeren Studie nachgewiesen worden. Das holten jetzt Wissenschaftler des Erasmus MC University Medical Center in Rotterdam nach. Sie untersuchten prospektiv 124 Frauen mit RA während ihrer Schwangerschaft und auch sechs, zwölf und 26 Wochen nach der Entbindung. Die Studie wurde jetzt beim Jahreskongress der „European League Against Rheumatism (EULAR)“ vorgestellt.

In dieser Studie untersuchte man die Krankheitsaktivität anhand des Medikamentenverbrauchs, des „Disease Activity Score 28 (DAS28)“ und der Spiegel des C-reaktiven Proteins (CRP). Anhand dieser Parameter und der Kriterien der EULAR kategorisierte man die Patientinnen dann in „gute Responder“, „moderate Responder“ und „Nicht-Responder“.

Die DAS28-Werte sanken vom ersten zum dritten Trimester signifikant von durchschnittlich 3.7 auf 3.4 (p gleich 0.003). Auch sechs Wochen nach der Geburt lagen die Werte noch bei durchschnittlich 3.4. Während der Schwangerschaft galten elf Prozent der Frauen als gute Responderinnen, 40 Prozent als zumindest moderate und 60 Prozent als Nicht-Responderinnen (Einstufungen konnten wechseln). Erst zwölf Wochen nach der Schwangerschaft lagen die DAS28-Werte wieder bei durchschnittlich 3.7, wie vor der Schwangerschaft. Doch 26 Wochen nach der Entbindung hatten sich die Werte auf durchschnittlich 3.6 verbessert.

Während aller drei Trimester blieb die Menge der eingesetzten Disease-modifying Anti-rheumatic drugs (DMARD) konstant. Nach der Schwangerschaft jedoch benötigten die Frauen deutlich mehr Medikamente.

MEDICA.de; Quelle: European League Against Rheumatism (EULAR) Jahreskongress 2007, abstract OPO049