Schwangerschaft sorgfältig planen

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Schwangerschaft trotz Rheuma-
pillen möglich; © Pixelio.de

"Dieser Leitfaden hilft allen Beteiligten, ihre Patientinnen in Hinblick auf eine geplante Schwangerschaft besser zu beraten", sagt der Rheumatologe Professor Klaus Krüger. Bisher existierten zu vielen Medikamenten nur unzureichende Daten über ihre Anwendung in der Schwangerschaft - insbesondere für neuere Therapieformen.

Aus diesem Grund rieten die Ärzte ihren Rheuma- Patientinnen früher von einer Schwangerschaft ab. Die Fragen betrafen vor allem Auswirkungen der Medikamente auf die Fruchtbarkeit der Frauen und die Gesundheit des Kindes. Diese und andere Fragen greifen die Therapieempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie e.V. DGRh auf. Sie listen die gängigen Rheuma-Medikamente und deren Anwendbarkeit vor und während einer Schwangerschaft. Grundlage des Leitfadens sind tierexperimentelle Studien, Fallberichte sowie Expertenmeinungen.

Das wichtigste Kriterium für eine möglichst problemfreie Schwangerschaft und Geburt ist eine langfristige Vorbereitung. Denn einige Wirkstoffe können den Eisprung verhindern. Andere Substanzen müssen einige Monate vor der geplanten Konzeption abgesetzt werden, um Langzeitwirkungen auf das Kind auszuschließen. Da eine Schwangerschaft zudem in eine ruhige Krankheitsphase fallen sollte, können Ärzte mit dem Wissen um den Kinderwunsch ihrer Patientin die Behandlungsstrategie auf eine rasche und stabile Remission ausrichten.

Doch trotz der verbesserten Behandlungsoptionen ist eine Schwangerschaft bei Rheuma-Patienten stets eine Risikoschwangerschaft. "Es erfordert eine engmaschige Kontrolle des Therapieverlaufs und eine gute Zusammenarbeit von Rheumatologen und Geburtshelfern", sagt Krüger.

MEDICA.de; Quelle: Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh)