Schwangerschaftsvergiftung erkennen und frühzeitig handeln

Präeklampsie, umgangssprachlich auch Schwangerschaftsvergiftung genannt, zählt zu den gefährlichsten Erkrankungen in der Schwangerschaft. Sie äußert sich durch Bluthochdruck, Eiweiß im Urin sowie Wassereinlagerungen im Körper. Im Extremfall gipfeln die Symptome in einem Krampfanfall, der für Mutter und Kind tödlich enden kann. Die in der Plazenta produzierten und im Blut zirkulierenden Proteine, lösliche fms-like Tyrosinkinase 1 (sFlt-1) und plazentärer Wachstumsfaktor (PlGF), spielen eine wichtige Rolle bei der Krankheitsentstehung. Sie können im klinischen Alltag eingesetzt werden, um eine präzise Diagnosestellung der Präeklampsie zu erleichtern.

Das Team um Doktor Stefan Verlohren von der Klinik für Geburtsmedizin untersuchte insgesamt 630 Schwangere. Davon hatten 388 Frauen eine unauffällige Schwangerschaft, 164 waren an Präeklampsie erkrankt. Näher untersucht wurde die verbleibende Schwangerschaftsdauer der Präeklampsie-Patientinnen. Hatten sFIt-1 und PIGF einen bestimmten Wert überschritten, war auch die verbleibende Schwangerschaftsdauer signifikant verkürzt. Besonders hohe Werte fanden sich bei Patientinnen, die im Durchschnitt innerhalb von 48 Stunden entbunden wurden.

„Mit dem Test können wir den Schweregrad einer Präeklampsie besser einschätzen und in bestimmten Fällen eine Kurzzeitprognose über den weiteren Verlauf der Erkrankung geben“, erklärt Verlohren. In weiteren Studien soll die Aussagekraft des Tests speziell bei Frauen mit einem stark erhöhten Risiko für Präeklampsie untersucht werden.

MEDICA.de; Quelle: Charité-Universitätsmedizin Berlin