Schwarze Kleidung – dunkle Gedanken

Anhänger der Goth-Kultur anfällig
für Selbstverletzung; © PixelQuelle.de

Unter jungen Menschen kommt es relativ häufig zu bewussten Selbstverletzungen wie Ritzen, Schlagen und Zufügen von Verbrennungen. In Großbritannien soll die Rate bei sieben bis 14 Prozent liegen. In der Regel sind solche Selbstverletzungen Ausdruck von Wut und nicht unbedingt als Suizidabsicht zu interpretieren. Vor allem Anhängern des „Gotik“-Stils, engl. gothic oder „goth“, sagt man nach, besonders anfällig für Selbstverletzungen zu sein. Unter „goth“ versteht man einen bestimmten Stil, der sich durch schwarze, dunkle Kleidung und eine Vorliebe für Punkmusik auszeichnet. In einer Studie sollte nun untersucht werden, ob „goth“-Anhänger eine höhere Neigung zu Selbstmorden haben.

1.258 Personen aus dem „Central Clydeside Conurbation” in Schottland im Alter von 19 Jahren nahmen an dieser Longitudinalstudie teil. Dieselbe Gruppe von Jugendlichen war auch schon zehn Jahre zuvor im Alter von durchschnittlich elf Jahren zu verschiedenen Themen befragt worden.

Jene Jugendlichen, die Anhänger einer goth-Kultur sind, haben tatsächlich eine deutlich höhere Prävalenz für Selbstverletzungen und versuchte Selbstmorde als gleichaltrige Jugendliche, die keine goth-Fans sind. Offenbar gibt es sogar eine „Dosis-Wirkungs-Beziehung“ wonach besonders aktive goth-Fans die höchste Gefährdung haben, während nur zeitweilige Mitläufer sich seltener etwas antun.

Nachdem man die goth-Kultur mit anderen jugendlichen Subkulturen verglich, zeigte sich ganz klar, dass die höhere Prävalenz von Selbstverletzungen und Suizidversuchen unter goth-Anhängern klar auf die besonderen Inhalte dieser Kultur zurückzuführen sind und nicht auf andere Faktoren.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2006, Vol. 332, S. 1058-1061