Kaffee ist eine komplexe Substanz, die unterschiedliche physiologische Effekte hervor ruft. Verschiedene Studien haben einen kardiovaskulären Effekt des Kaffees nachgewiesen. So konnte zum Beispiel gezeigt werden, dass regelmäßiger Kaffeekonsum arterielle Plaques stabilisiert. Außerdem enthält diese Flüssigkeit Antioxidantien und verschiedene Substanzen, die die Insulinsensitivität verbessern.

Allerdings kann das im Kaffee enthaltene Koffein die Homozystein-Spiegel erhöhen, was man wiederum mit negativen kardiovaskulären Effekten in Verbindung bringt. Vor diesem Hintergrund muss man die Frage stellen, ob langfristiger und regelmäßiger Kaffeekonsum irgendeinen Effekt auf die Mortalität hat.

Eine interessante und vor allem auch praxisrelevante Frage, zu deren Klärung man jetzt die Daten der „Health Professionals Follow-up Study” und der “Nurses' Health Study“ heran gezogen hat. An diesen prospektiven Studien hatten 41.736 Männer und 86.214 Frauen teilgenommen. Alle waren zu Beginn der Studie herzgesund. Im Jahre 1980 beschrieb man zuerst bei den Frauen, 1986 dann auch bei den Männern den Kaffeekonsum. Bis zum Jahre 2004 wurden alle zwei bis vier Jahre die gleichen Fragen zur Ernährung gestellt, auch in Bezug auf den Kaffeekonsum.

Während des 18-jährigen Nachbeobachtungszeitraums starben 6.888 Männer und 11.095 Frauen, die meisten jeweils an Krebs, gefolgt von kardiovaskulären Erkrankungen. Als man die Todesfälle mit dem Kaffeekonsum in Verbindung brachte, zeigte sich ein eher erfreuliches Ergebnis für Kaffeefreunde. Demnach sinkt das Mortalitätsrisiko mit steigendem Kaffeekonsum: Im Vergleich zu weniger als einer Tasse Kaffee pro Monat sinkt das Mortalitätsrisiko bei Männern um 20 Prozent, wenn sie mindestens sechs Tassen Kaffee pro Tag trinken. Frauen können ihr Risiko immerhin um 17 Prozent senken.

MEDICA.de; Quelle: Annals of Internal Medicine 2008, Vol. 148, S. 904-914