10.03.2009

DIMDI - Deutsches Institut für Med. Dokumentation und Information

Schwerpunkt Telemedizin im Bundesgesundheitsblatt

Vernetzen – zum Wohle der Patienten. Der wachsenden Bedeutung der Telemedizin für die medizinische Versorgung trägt das Bundesgesundheitsblatt mit einem Sonderheft Rechnung: Im März-Heft berichten Experten und Praktiker über Produkte, Projekte und Initiativen, die erheblich zu Verbesserungen in der medizinischen Versorgung beitragen können.

Das aktuelle Bundesgesundheitsblatt gibt einen Überblick über die heutigen Möglichkeiten der Telemedizin, die bereits weitreichende Fortschritte hin zu einer IT-unterstützten, vernetzten Versorgung von Patienten bieten:

Rüdiger Klar und Erich Pelikan von der Universität Freiburg zeigen die Möglichkeiten und Grenzen der Telemedizin auf und beschreiben umfassend Aufwand und Nutzen mit Bezug auf die aktuellen Entwicklungen rund um die Gesundheitskarte und die Standardisierung in der medizinischen Informatik. Silke Schmid von der Universität Hamburg belegt in der Studie Versorgungsforschung zur Gesundheitstelematik die Gründe für die schwierige Einführung von Telemedizin in der Praxis.

Rainer Röhrig und Ricarda Rüth schildern ihre Erfahrungen im Universitätskrankenhaus Gießen bei der Einführung eines Intensivsystems mit Einbindung medizinischer Gerätedaten in die Patientenakte.

An der RWTH Aachen wird eine einzigartige internationale Demonstratorplattform für die operative orthopädische Therapie geschaffen, die den Beweis für die Kosteneffizienz einer schonenderen medizinischen Versorgung erbringen soll. Mit ihrem Beitrag zeigen Christian Buschmann und Fritz Uwe Niethard, wie ihr Projekt Patientenprozesse mit Hilfe von telemedizinischen Komponenten optimieren kann.

Und auch außerhalb von Krankenhäusern vollzieht sich ein Wandel hin zur IT-gestützten Umgebung für kranke Menschen: Thomas Norgall vom Fraunhofer Institut für integrierte Schaltungen beschreibt eindrucksvoll die Vision einer Welt außerhalb des Krankenhauses, in der wir von intelligenten, intuitiv bedienbaren medizinischen Geräten umgeben sind. Harald Korb und Axel Müller vom Klinikum Chemnitz stellen vor, wie die telekardiologische Überwachung von Patienten mit Implantaten zukünftig Teil eines komplexen Therapiemana-gements sein kann.

Telemedizinische Projekte würden ohne die standardisierte und sichere Übermittlung von medizinischen Inhalten scheitern. Dem unermüdlichen Engagement von Standardisierungsexperten wie Bernd Blobel und Georg Heidenreich sind die heute schon anwendbaren Standards zu verdanken, die sie in ihrem Artikel beschreiben. Karl Peter Pfeiffer und Martin Auer berichten über den österreichischen elektronischen Gesundheitsakt (ELGA), der alle relevanten multimedialen medizinischen und gesundheitsbezogenen Daten einer eindeutig identifizierten Person enthalten soll.

Das Bundesgesundheitsblatt wird von den Bundesinstituten im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit monatlich herausgegeben. Das Robert-Koch-Institut ist Sitz der Redaktion. Die Zeitschrift ist über den Buchhandel erhältlich oder beim Springer-Verlag. Einige wenige Presseexemplare oder ausgewählte Beiträge des vorgestellten Heftes können bei der DIMDI-Pressestelle angefordert werden.


Das DIMDI stellt über das Internet hochwertige Informationen für alle Bereiche des Gesundheitswesens zur Verfügung. Es entwickelt und betreibt datenbankgestützte Informationssysteme für Arzneimittel- und Medizinprodukte und verantwortet ein Programm zur Bewertung medizinischer Verfahren und Technologien (Health Technology Assessment, HTA).
Das DIMDI ist Herausgeber amtlicher medizinischer Klassifikationen wie ICD-10-GM oder OPS und pflegt medizinische Terminologien, Thesauri, Nomenklaturen und Kataloge (z. B. MeSH, UMDNS, Alpha-ID, LOINC, OID), die u.a. für die Gesundheitstelematik von Bedeutung sind.
Das DIMDI ermöglicht den Online-Zugriff auf seine Informationssysteme und 70 Datenbanken aus der gesamten Medizin. Dazu entwickelt und pflegt es moderne Software-Anwendungen und betreibt ein eigenes Rechenzentrum.