In den USA sind bereits mehr als die Hälfte aller Isolate von Staphylococcus aureus resistent gegen Methycillin, so genannte methycillinresistente S. aureus (MRSA). Die Weitergabe von MRSA erfolgt häufig still, ohne dass die Infektion ausbricht. Daher sind mehr Patienten in Krankenhäusern stille Träger von MRSA als tatsächlich daran erkranken. Isoliert man MRSA-Träger im Krankenhaus, kann dies die Infektionsrate um das 16-fache senken. Dennoch sind sich Experten uneinig darüber, ob man alle Patienten in Krankenhäusern auf Vorliegen einer MRSA-Infektion testen sollte.

In einer Studie hat man nun Patienten auf MRSA getestet. Als Ausgangssituation wählte man ein „normales“ Jahr, in dem kein Screening stattfand. Im folgenden Jahr wurden alle Patienten, die auf eine der Intensivstationen des Testkrankenhauses aufgenommen wurden, per Nasenabstrich mit Hilfe der Polymerase-Chain-Reaction auf Vorliegen einer MRSA-Infektion getestet. In einer darauf folgenden Phase von 21 Monaten untersuchte man auf die gleiche Weise auch alle Patienten, die auf eine normale Station aufgenommen wurden.

Ungefähr 40.000 Patienten nahmen pro Jahr an dieser Studie teil. Alle Patienten, bei denen man eine Infektion feststellte, wurden isoliert und mit topischen Wirkstoffen behandelt. Auf den Normalstationen applizierte man zudem Chlorhexidin.

In der Phase, als man alle Intensivpatienten testete, konnte MRSA bei 8,3 Prozent der Patienten nachgewiesen werden. 6,3 Prozent aller Patienten, die in der dritten Phase auf den Normalstationen aufgenommen wurden, waren mit dem resistenten Bakterium befallen.

Die Prävalenz der MRSA-Infektionen sank durch diese Maßnahmen von 8,9 pro 10.000 Patiententagen in der ersten Phase auf 7,4 pro 10.000 Patiententagen in der zweiten Phase und gar auf 3,9 in der dritten Phase. Dies entspricht einer Verminderung um 36,2 Prozent von Phase eins zu Phase zwei und 69,6 Prozent von Phase eins zu Phase drei.

MEDICA.de; Quelle: Annals of Internal Medicine 2008, Vol. 148, S. 409-418