Eine Besonderheit der Krankheit Erbkrankheit Retinitis Pigmentosa liegt darin, dass nur die lichtempfindlichen Zellen der Retina zerstört werden. Die dahinter liegenden Nervenzellen, die die Informationen ans Gehirn weiterleiten, bleiben bis zu 30 Prozent erhalten.

Das Ziel der Wissenschaftler ist es, ein Implantat zu entwickeln, das die visuellen Reize direkt an die Nervenzellen weitergibt. "Das Implantat wird schemenhaftes Sehen, das Erkennen von Umrissen und Schwarz/Weiß- Unterschieden ermöglichen", erläutert Professor Wilfried Mokwa.

Die Prothese besteht aus zwei Teilen, einer Hightech-Brille und einem Implantat, das ins Auge eingepflanzt wird. In die Brille wird eine kleine Videokamera und ein Encoder eingebaut. Der Encoder rechnet die Bildinformation der Kamera in Signale um. Dann sendet er die Signale und die Energie, die für den Vorgang gebraucht wird, drahtlos an einen Empfängerchip, der in die Augenlinse implantiert wird.

Von hier werden die Bildsignale über winzige Kabel auf eine Mikrokontaktfolie übertragen. Diese implantierte Folie liegt direkt auf der Netzhaut und stimuliert über Elektroden die Nervenzellen, die zum Sehnerv führen: Der Mensch sieht, was die Kamera filmt.

Der Encoder wandelt, wie zuvor die Netzhaut, die Bildsignale in Echtzeit in elektronische Impulse um. "Mit Hilfe des Patienten wird der Encoder für dessen individuelle Bedürfnisse optimiert", erklärt Professor Mokwa. In die Software des Implantats wird eingegeben, was der Encoder richtig oder falsch erkannt hat. Die Bildsignale können beim nächsten Mal korrekt umgesetzt werden.

MEDICA.de; Quelle: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen