Sehstörungen erhöhen Suizidrisiko

Foto: Brille auf einer Zeitung schärft die Buchstaben

Eine Sehschwäche fällt den Be-
troffenen selbst häufig erst durch
einen Augentest auf; © SXC

Augenärztliche Diagnostik und Therapie sei daher gerade auch im Alter unerlässlich. Eine in den USA durchgeführte Studie hatte eine repräsentative Gruppe von Menschen nach ihrem Gesundheitszustand befragt. Die Ergebnisse legen die Vermutung nahe, dass Menschen mit Sehstörungen ein erhöhtes Selbstmordrisiko aufweisen. Ein eindeutiger Zusammenhang konnte nachgewiesen werden, wenn die Befragten neben einer Sehstörung an weiteren chronischen Erkrankungen litten: Diese Menschen hatten ein um zwei Drittel erhöhtes Suizidrisiko.

Oft beginne es damit, dass Betroffene aufgrund ihrer verminderten Sehkraft nicht mehr am Straßenverkehr teilnehmen können oder sich dieses nicht mehr zutrauen Frank G. Holz, Präsident der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG): "Wenn dann weitere Erkrankungen hinzukommen, verlassen viele ihr Haus gar nicht mehr." Der Verlust regelmäßiger sozialer Kontakte ziehe zunehmend Depressionen und Vereinsamung nach sich.

Viele Sehstörungen sind den Betroffenen äußerlich nicht anzumerken, so Holz. Oft werde das Problem deshalb selbst von den nächsten Angehörigen nicht erkannt. Auch aus diesem Grund seien gerade viele ältere Menschen augenärztlich unterversorgt. Häufige Augenerkrankungen wie die altersabhängige Makuladegeneration oder die diabetische Retinopathie, eine durch Diabetes mellitus hervorgerufene Netzhauterkrankung, würden dadurch nicht diagnostiziert oder behandelt.

Eine rechtzeitige augenärztliche Behandlung sowie rehabilitative Maßnahmen wie die Anpassung vergrößernder Sehhilfen, können die Situation der Patienten deutlich verbessern. Nach Einschätzung von Holz tragen sie häufig dazu bei, die Selbstständigkeit älterer Menschen zu erhalten: "Hohes Alter muss nicht zwangsläufig mit eingeschränktem Sehvermögen einhergehen. Wichtig und unerlässlich ist jedoch der regelmäßige Besuch beim Augenarzt.“

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft